M

Inhaltsverzeichnis

Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

Fragen zur Hochsensibilität? Buche mich.

04881 286 99 71

Haben Sie schon ein­mal etwas von HSP/HSM gehört? Ein HSP/HSM ist eine hoch­sen­si­ble Per­son oder ein hoch­sen­si­ti­ver Mensch. Man­che unter­schei­den hier noch ein­mal, dies werde ich nicht tun da die Defi­ni­tio­nen mir zu unter­schied­lich und zu unwich­tig sind. Man­che HSP-Exper­ten sind der Ansicht Hoch­sen­si­ti­vi­tät hätte noch eine spi­ri­tu­elle Kom­po­nente oder die beson­ders »Hoch­sen­si­blen« sollte man zur Abgren­zung Hoch­sen­si­tiv nen­nen. Diese Ansicht teile ich nicht.

Das Phä­no­men der Hoch­sen­si­bi­li­tät ist schon einige Zeit bekannt, erlangt jedoch erst in neue­rer Zeit eine stär­kere Wis­sens­ver­brei­tung durch ver­mehrte psy­cho­lo­gi­sche For­schungs­rei­hen und Erwäh­nung in den klas­si­schen Medien wie TV, Maga­zi­nen und Zei­tun­gen. Der Begriff wurde 1996 von Dr. Elaine Aron geprägt.

Was ist nun ein hoch­sen­si­bler Mensch? Eines auf kei­nen Fall: ein Sen­si­bel­chen. Die meis­ten HSP, die ich bis­her ken­nen gelernt habe, sind eher ganz das Gegen­teil. Sie arbei­ten in der glei­chen Zeit dop­pelt so viel. Ent­we­der in der Tiefe und Gründ­lich­keit oder der Anzahl und kön­nen einen gan­zen Stie­fel ab. Beson­ders wenn sie erst spä­ter erfah­ren haben, dass sie eine HSP sind.
Natür­lich gibt es sie trotz­dem, die Men­schen, die ihre Sen­si­bi­li­tät voll­kom­men aus­le­ben und sie offen zei­gen. Doch sie sind nicht die Regel, son­dern die Ausnahme.
Außer­dem sind Hoch­sen­si­ble nicht unbe­dingt intel­li­gen­ter oder geschick­ter im Umgang mit ihren Mit­men­schen. Wich­tig zu wis­sen ist, dass HSP nicht auto­ma­tisch gute Men­schen sind. Man­che nut­zen ihre Vor­teile ego­is­tisch aus und über­vor­tei­len oder mani­pu­lie­ren ihre Mit­men­schen. Es ist mit der Ver­tei­lung in etwa gleich wie im Rest der Bevölkerung.

Ich bitte des Wei­te­ren nicht die Vor­silbe HOCH aus dem Wort hoch­sen­si­bel mit HOCHMUT zu asso­zi­ie­ren, denn das wäre falsch. Die Vor­be­las­tung aller Begriffe, die im deutsch­spra­chi­gen Raum mit HOCH begin­nen, ist enorm. Die meis­ten Men­schen den­ken, dass man als HSP etwas Bes­se­res sein will. Das stimmt nicht. Man ist anders und hat andere Bedürf­nisse, ist jedoch nicht HOCH­wohl­ge­bo­ren oder HOCH­nä­sig. Meis­tens sind HSP sogar eher zurück­hal­tend, freund­lich, hilfs­be­reit und ver­ständ­nis­voll. Viele hal­ten sich lie­ber bedeckt, anstatt sich in den Vor­der­grund zu drän­gen. Viele HSP besit­zen eine aus­ge­spro­chen ser­vice­ori­en­tierte Ein­stel­lung oder sind gute Rat­ge­ber. Die meiste Zeit kom­men sie sich sogar MIN­DER­wer­tig vor. Im Ver­gleich mit ande­ren Men­schen, die keine HSP sind, haben sie das Gefühl weni­ger zu leis­ten und ertra­gen zu kön­nen. Das machen sie mit dem Ver­such wett, mehr zu leis­ten und ihre Schwä­chen durch Abhär­tung auszugleichen.

Im Grunde genom­men haben alle Men­schen unter­schied­li­che Bedürf­nisse. Die von HSP wei­chen aller­dings sehr weit von der Norm ab.
Hoch­sen­si­ble Men­schen besit­zen eine Fil­ter­schwä­che des Gehirns, die zu einer schnel­le­ren Über­las­tung des Ner­ven­sys­tems führt. Das ist keine Krank­heit und auch keine wirk­li­che »Schwä­che«. Im Gegen­teil erwächst dies zu einer ganz beson­de­ren Stärke, solange man ent­spre­chend sei­ner Bedürf­nisse lebt. Wir neh­men bei­nahe alle das­selbe wahr, doch Men­schen ohne Fil­ter­schwä­che fil­tern viele Dinge aus ihrem Bewusst­sein aus. Den Stra­ßen­lärm, das Gefühl der Klei­dung auf ihrer Haut, das Gespräch im Neben­zim­mer, wenn sie im Wohn­zim­mer sit­zen, die Emo­tio­nen und Kör­per­spra­che der Leute, an denen man nur bei­läu­fig vor­bei­geht. Alle Reize, die für die meis­ten Men­schen nicht wich­tig sind, blei­ben in der Regel unbemerkt.
HSP dage­gen neh­men sie noch wahr. Man­che knapp unter der Schwelle zum Bewusst­sein, als würde etwas an einer Stelle kurz unter der Haut jucken, an die man aber nicht zum Krat­zen gelangt. Andere Hoch­sen­si­ble neh­men all das wirk­lich bewusst wahr. Wel­che Sinne betrof­fen sind, hängt von der jewei­li­gen Aus­prä­gung der Fil­ter­schwä­che ab. Bei man­chen Men­schen ist nur ein Sinn betrof­fen, bei ande­ren eine Kom­bi­na­tion. Sie sehen alle mög­li­chen Klei­nig­kei­ten oder hören in einem Café fünf Gesprä­che gleich­zei­tig. Sie rie­chen Wohl­ge­rü­che und Gestank viel inten­si­ver oder sind unheim­lich emp­find­sam ihre Klei­dung betref­fend. Man­che müs­sen alles anfas­sen, weil die Wahr­neh­mung der unter­schied­li­chen Ober­flä­chen sie fas­zi­niert. Zu all dem kommt hinzu, dass das Gehirn von Hoch­sen­si­blen den gan­zen Tag auf vol­len Tou­ren läuft. Viele HSP wer­den in frü­hen Jah­ren auch als hoch­be­gabt ein­ge­stuft, da sie mit ihrer Fähig­keit zu abs­trak­tem Den­ken und der Ver­knüp­fung ihrer Wahr­neh­mun­gen beson­dere Hirn­leis­tun­gen erbrin­gen. Aller­dings ist eine beson­dere Intel­li­genz nicht Vor­aus­set­zung, um Hoch­sen­si­bel zu sein.
Unter­lie­gen HSP nun vie­len Rei­zen gleich­zei­tig und über eine län­gere Zeit, kommt es schnell zu einer Über­las­tung. Das bedeu­tet, das Gehirn kann die Reize nicht so rasch ver­ar­bei­ten, wie sie ein­tref­fen. An einem Punkt, der sich für jeden indi­vi­du­ell gestal­tet, schal­ten sich Not­fall­me­cha­nis­men ein, die dafür sor­gen, dass die Reiz­flut mini­miert wird. Das äußert sich in einem drin­gen­den Bedürf­nis, allein zu sein, und Sehn­sucht nach Ruhe und Gebor­gen­heit. Von außen betrach­tet wer­den sie unge­dul­dig, quen­ge­lig, es pas­sie­ren Miss­ge­schi­cke oder im schlimms­ten Fall wer­den sie ausfallend.
Nicht hoch­sen­si­ble Men­schen (ich nenne sie Nor­mal­sen­si­ble) funk­tio­nie­ren genau gleich. Doch da ihre Fil­ter­me­cha­nis­men Reize schon vor der Ver­ar­bei­tung eli­mi­nie­ren, dau­ert es bei ihnen ungleich län­ger, bis es zu einer Über­rei­zung kommt.

Wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen erga­ben, dass in jeder Spe­zies ca. 15 – 20 % der Art­ge­nos­sen hoch­sen­si­ble Eigen­schaf­ten auf­wei­sen. Man nimmt an, dass diese im Zuge der Evo­lu­tion aus­ge­bil­det wur­den. Die hoch­sen­si­blen Tiere sind meist im
• sozia­len Bereich (in der Nach­wuchs- und Krankenpflege)
• Lern-Lehr-Sys­tem (als »For­scher« bzw. »Aus­pro­bie­rer«, sowie als Wissensvermittler)
• Früh­warn­sys­tem (Auf­pas­ser, Weitseher, Gut­hö­rer, Mehr­rie­cher, Nachtwachen)
der Grup­pen ein­ge­setzt. Durch ihre erwei­terte Wahr­neh­mung und schnelle Auf­fas­sungs­gabe sind sie für diese Auf­ga­ben gera­dezu prä­de­sti­niert. Beim Men­schen fin­det man Hoch­sen­si­ble in den­sel­ben Spar­ten ver­mehrt: Gesund­heits­we­sen, Pfle­ge­dienste, Schul- und Lehr­be­trieb, Wis­sen­schaft, spi­ri­tu­elle Dienste, Kunst, Musik, Schrift­stel­le­rei, Dienst­leis­tungs­sek­tor. Natür­lich gibt es auch Hoch­sen­si­ble außer­halb die­ser Spar­ten, doch nicht geballt.

Laut eini­ger psy­cho­lo­gi­scher Arti­kel, ist die geis­tige Ent­wick­lung des durch­schnitt­li­chen Men­schen mit 22 bis 25 Jah­ren abge­schlos­sen und wird erst im Alter durch Gebre­chen und Ver­fall gezwun­ge­ner­ma­ßen wie­der auf­ge­nom­men. Hoch­sen­si­ble Men­schen ent­wi­ckeln sich ihr gan­zes Leben lang wei­ter. Das muss auch so sein. Denn wenn sie ein Thema sehr inten­siv behan­deln, gelan­gen sie ent­we­der rela­tiv schnell an die eige­nen Gren­zen oder an die Grenze des The­mas. Dann muss ein neues Thema her, mit dem sie ihr Hirn füt­tern kön­nen. Zur Erin­ne­rung: Die­ses arbei­tet die ganze Zeit über. Meis­tens sogar auf meh­re­ren Ebe­nen. Gibt es nichts Neues zu beden­ken, wird einem Hoch­sen­si­blen schnell lang­wei­lig. Hört sich anstren­gend an? Ist es auch. Jedoch ebenso erfül­lend. HSP stre­ben oft nach Selbst­ver­wirk­li­chung und/oder Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung. Sie suchen nach dem Sinn des Lebens oder füh­len sich zu einer bestimm­ten Funk­tion in der Gesell­schaft beru­fen. All ihre Fähig­kei­ten schei­nen dar­auf aus­ge­rich­tet, eine bestimmte Beru­fung erfül­len zu kön­nen. Auch hier­auf zielt die Persönlichkeitsentwicklung.

Prak­ti­sche Beispiele:

Wenn eine HSP einen Raum betritt, sieht sie bei jedem Men­schen und bei vie­len Tie­ren, wie sie sich füh­len und in wel­cher Stim­mung sie sich befin­den. Dies ist ein Teil der Empa­thie. Viele HSP kön­nen sich sehr gut in andere Men­schen hin­ein­ver­set­zen und nach­voll­zie­hen, wie sich der­je­nige fühlt. HSP haben meis­tens einen ande­ren Blick­win­kel und bemer­ken oft mehr Details. Sie schaf­fen im künst­le­ri­schen oder hand­werk­li­chen Bereich Werke, bei denen die meis­ten Men­schen mit einem »WOW« reagie­ren. Für sie sind das ganz nor­male Momente, die sie stän­dig erle­ben und wahr­neh­men, weil sie auf­merk­sa­mer in die Welt schauen.
Laute Geräu­sche ver­ur­sa­chen ihnen kör­per­li­chen Schmerz. Ein Boh­rer, der in eine Beton­wand bohrt, könnte ebenso gut direkt in den Kopf des HSP boh­ren. Ein Zug, der nahe an ihnen vor­bei­fährt, sorgt dafür, dass sie einen Moment nicht klar den­ken kön­nen. Plötz­li­che Geräu­sche erschre­cken sie über­durch­schnitt­lich stark.
Ein HSP kann etli­che Gesprä­che gleich­zei­tig mit­be­kom­men. Manch­mal sind seine Gegen­über, die mit ihm spre­chen, erstaunt oder sogar belei­digt, wenn er eine Bemer­kung zu einem Gespräch am Nach­bar­tisch fal­len lässt. Belei­digt, weil sie den­ken, dass der HSP ihnen nicht zuge­hört hat.
Man­che HSP spü­ren die meiste Zeit des Tages die Klei­dung, die sie tra­gen. Nicht bloß bei Bewe­gung oder wenn sie sich drauf kon­zen­trie­ren. Wenn da etwas kratzt, wer­den sie wahn­sin­nig. Jeder kennt ein Kind, das anfängt sich zu beschwe­ren, wenn der angeb­lich wei­che Pull­over scheu­ert oder kratzt.
Wenn etwas so aus­sieht, als fasse es sich toll an, müs­sen tak­til ori­en­tierte HSP es anfas­sen, um es genau zu begrei­fen. Sie sind oft Men­schen, die sehr gerne kuscheln und strei­cheln, denn das Erleb­nis ist ein­fach unglaub­lich inten­siv. Tak­til aus­ge­rich­tete HSP sind stär­ker auf Kör­per­be­rüh­run­gen aus.
Wenn etwas das ästhe­ti­sche Emp­fin­den eines HSP berührt, reagiert sie sehr emo­tio­nal. Bei Musik kann es schon mal sein, dass sie plötz­lich extrem trau­rig, fröh­lich oder gerührt ist. Es gibt Lie­der, bei denen ihr das Herz über­läuft vor Glück. Da wird auch schon ein­mal eine Träne vergossen.
Jeden Tag gibt es etwas, über das HSP stau­nen kön­nen. Die Fähig­keit, die Kin­der haben, wenn sie die Welt bewusst ent­de­cken, ist ihnen nie abhan­den­ge­kom­men. Oft ent­de­cken sie Dinge neu, deren Magie sie schon wie­der ver­ges­sen hat­ten. Wirk­lich Neues weckt in ihnen oft eupho­ri­sches Interesse.
Wenn es geht, ver­schaf­fen sich viele HSP sofort einen Über­blick, wenn sie einen Raum betre­ten oder um eine Ecke bie­gen. Sie sind gern Herr der Lage und möch­ten die sie umge­bende Situa­tion posi­tiv für sich kon­trol­lie­ren kön­nen. Kon­troll­ver­lust führt meist zu Stress.
Es gibt Gerü­che, die man­che HSP so stark emp­fin­det, dass sich ihre Emo­ti­ons­lage ver­än­dert. Allein ein schlech­ter Geruch kann ihre Stim­mung sen­ken, genauso wie ein wohl tuen­der sie anhe­ben kann.
In Kri­sen­si­tua­tio­nen, wenn die meis­ten Men­schen in Panik gera­ten, wer­den Hoch­sen­si­ble ganz ruhig, behal­ten den Über­blick und tun, was zu tun ist. Egal, ob es sich dabei um einen Unfall han­delt, eine sehr stres­sige Situa­tion, ein Kind, das seine Eltern ver­lo­ren hat. Ihnen fal­len in kür­zes­ter Zeit Lösun­gen ein und sie impro­vi­sie­ren mit den vor­han­de­nen Mit­teln. Wenn Sie also in Kri­sen­zei­ten einem Men­schen begeg­nen, der die Ruhe bewahrt und gezielte Anwei­sun­gen gibt, dann han­delt es sich höchst­wahr­schein­lich um einen Hochsensiblen.
Oft sind Hoch­sen­si­ble sehr gute Chefs oder deren Bera­ter, denn die stän­dige Über­sicht über die Situa­tion in der Firma und die Genau­ig­keit ihrer Arbeits­weise prä­de­sti­nie­ren sie dafür, ebenso die Empa­thie ihren Unter­ge­be­nen gegen­über. Sie wis­sen instink­tiv, wann sie ihre Leute bera­ten oder moti­vie­ren und wann sie sie in Ruhe las­sen müs­sen. Da sie sich gut in andere hin­ein­ver­set­zen kön­nen, wis­sen sie um die Bedürf­nisse ihrer Unter­ge­be­nen und erfül­len diese nach Mög­lich­keit gerne. Ein zufrie­de­ner Mit­ar­bei­ter arbei­tet qua­li­ta­tiv hochwertiger.

<Selbst­ent­wick­lung Nach­teile der Hochsensibilität>

Sie befin­den sich mit­ten im Buch. Star­ten Sie mit dem Lesen bitte am Anfang.
Ich bitte Sie, das Vor­wort und das Kapi­tel Selbst­ent­wick­lung zu lesen, bevor Sie fortfahren.

Vielen Dank an über 45.000 Leser!
Taschenbuch
Taschenbuch Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Gleich bestellen

Ebook Kaufen bei Amazon.de
Das Taschenbuch bei Buch24.de kaufen
Das Taschenbuch bei Buchkatalog kaufen

Oder Ihrem Lieblingsbuchhändler die ISBN-Nummer geben und das Buch bestellen:
978-3-7448-3476-6

E-Book
Cover von Achtsam zum Urvertrauen auf einem Tablet

Gleich bestellen

Ebook Kaufen bei Amazon.de
Das Taschenbuch bei Buch24.de kaufen