»Stell dich nicht so an!«
»Sei nicht immer so ein Sen­si­bel­chen!«
»Du hältst nie so lange durch wie wir!«
»Was für ein Kerl bist du eigent­lich? Du bist ja sen­si­bler als eine Frau!«
»Du Mimose!«
»Wieso musst du schon wie­der aus­ru­hen?«
»Warum willst du lie­ber allein zu Hause lesen oder dad­deln, wenn wir doch zu einer Party wol­len?«
»Warum bist du so oft allein? Das kann doch nicht gesund sein.«
»Das stimmt gar nicht, du musst dich getäuscht haben. Hier riecht es gar nicht so/das hab ich gar nicht gehört/das schmeckt ganz anders/so hab ich das gar nicht wahrgenommen/du hast das ganz falsch auf­ge­fasst.«
»Du spinnst, so was gibt es gar nicht.«
»Wieso bist du eigent­lich so anders als wir ande­ren?«
Kom­men Ihnen diese Sätze hin­läng­lich bekannt vor? Dann sind Sie hier sehr wahr­schein­lich rich­tig.

Liebe Lese­rin, lie­ber Leser,

ich bitte Sie, das Vor­wort genau zu lesen, bevor Sie mit dem eigent­li­chen Buch begin­nen.
Ich ver­füge über kei­ner­lei medi­zi­ni­sche oder psy­cho­lo­gi­sche Aus­bil­dung, bin weder Pfle­ger noch Arzt oder Psy­cho­loge. Ich über­nehme keine Gewähr für die Fol­gen einer Anwen­dung oder Ver­wer­tung der in die­sem Buch beschrie­be­nen Anga­ben und Vor­schläge. Das Lesen die­ses Buches ersetzt nicht den Arzt­be­such oder eine Psy­cho­the­ra­pie.
Ich habe alle The­sen und Vor­schläge aus eige­nen Erleb­nis­sen, Gesprä­chen mit Hoch­sen­si­blen und dem Selbst­stu­dium der Lite­ra­tur zum Thema Hoch­sen­si­bi­li­tät zusam­men­ge­tra­gen und erar­bei­tet. Sie zei­gen ledig­lich einen Weg, der für mich und andere Hoch­sen­si­ble funk­tio­niert hat. Die Erkennt­nisse in die­sem Buch ver­ste­hen sich nicht als unum­stöß­li­che Wahr­heit oder eine Anlei­tung zur wort­ge­treuen Nach­ah­mung. Jeder Mensch ist ein­zig­ar­tig und hat andere Bedürf­nisse und Ziele, des­we­gen muss jeder Mensch sei­nen eige­nen Weg fin­den. Die­ses Buch dient ledig­lich der per­sön­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung. Neh­men Sie bitte für sich nur das her­aus, was zu Ihnen passt und was Sie anspricht. Wenn Sie etwas lesen, das Sie nicht berührt, dann las­sen Sie es ein­fach ruhen. Ihr Gefühl wird das Rich­tige sein. Ich habe fest­ge­stellt, dass ich immer die rich­ti­gen Anstöße zur rich­ti­gen Zeit bekom­men habe. Wahr­schein­lich wird es bei Ihnen genauso sein.
Ver­mei­den Sie es, sich hoch­ge­steckte Ziele zu set­zen, und brin­gen Sie nie­mals Ihr Leben, Ihr Hab und Gut und Ihre Gesund­heit oder des­glei­chen von ande­ren in Gefahr. Unter­neh­men Sie in jedem Bereich der Selbst­ent­wick­lung vor­her­seh­bare, unge­fähr­li­che Schritte, deren Erfolg Sie nach­prü­fen kön­nen. Ver­lie­ren Sie nicht die Geduld mit sich selbst und unter­neh­men Sie keine vor­ei­li­gen Schritte. Lesen Sie das Buch acht­sam und hören in sich hin­ein, wie Sie sich bei den ein­zel­nen Arti­keln füh­len und den­ken.
Das Buch ist in Abschnitte und Kapi­tel unter­teilt, die in der gege­be­nen Rei­hen­folge gele­sen wer­den soll­ten. Meine Emp­feh­lung lau­tet, die Abschnitte und die jeweils darin ent­hal­te­nen Kapi­tel nach­ein­an­der durch­zu­ar­bei­ten und zwi­schen ihnen zu pau­sie­ren, sobald Sie das Bedürf­nis dazu haben.
Der erste Abschnitt »Erkennt­nis« dient dazu, Ihnen die Mög­lich­keit zu geben, sich selbst die Frage zu beant­wor­ten, ob Sie hoch­sen­si­bel sind oder nicht. Momen­tan exis­tie­ren keine wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten siche­ren Tests, so dass jeder nur für sich selbst ent­schei­den kann, ob er sich der Gruppe zuge­hö­rig fühlt. Wenn Sie sich in den meis­ten Punk­ten wie­der­erken­nen, ist dies sehr wahr­schein­lich. Nicht alle Punkte wer­den auf Sie zutref­fen, denn Hoch­sen­si­ble gibt es in den­sel­ben viel­fäl­ti­gen Schat­tie­run­gen wie Men­schen an sich. Der wich­tige Unter­schied zwi­schen Hoch­sen­si­blen und Men­schen mit autis­ti­schen Eigen­schaf­ten ist die Empa­thie und die Emo­tio­na­li­tät, die in ver­schie­de­nen Defi­ni­tio­nen im autis­ti­schen Spek­trum nicht vor­han­den sind oder aus­schließ­lich nach innen wir­ken. Viele der ande­ren Eigen­schaf­ten decken sich zum Bei­spiel mit Men­schen mit Asper­ger Syn­drom. Für nähere Infor­ma­tio­nen zum autis­ti­schen Spek­trum bitte ich, die psy­cho­lo­gi­sche Fach­li­te­ra­tur oder einen Psy­cho­lo­gen zu kon­sul­tie­ren.
Der Abschnitt »Weg zum Urver­trauen« kann eine Arbeits­un­ter­lage sein, um eine für Sie pas­sende Samm­lung an Werk­zeu­gen zu fin­den. Hier emp­fehle ich drin­gend, dass Sie Pau­sen dort ein­le­gen, wo Sie es für rich­tig hal­ten und die auf­ge­nom­me­nen Infor­ma­tio­nen abschlie­ßend ver­ar­bei­ten. Die Umset­zung der Vor­schläge und das Errei­chen des Urver­trau­ens kön­nen Jahre oder Jahr­zehnte in Anspruch neh­men, falls Sie es über­haupt je errei­chen. Doch allein der Weg dort­hin lohnt sich bereits, da Sie sich in ste­ti­ger Ent­wick­lung zu einem ange­neh­me­ren Lebens­ge­fühl und einer pas­sen­de­ren Lebens­si­tua­tion befin­den wer­den. Meh­rere HSP in mei­nem Bekann­ten­kreis haben es geschafft, ihr Urver­trauen zu fin­den. Die Vor­be­din­gun­gen schei­nen immer die­sel­ben zu sein. Die Beach­tung des inne­ren Fami­li­en­sys­tems, Los­las­sen nicht mehr benö­tig­ter Eigen­schaf­ten, Ängste und mate­ri­el­ler Besitz­tü­mer und ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem der Abgren­zung.
Die »All­tags­tipps« kön­nen Sie gerne zwi­schen­durch lesen, sie sind los­ge­löst von der Ent­wick­lungs­reise.

Zum Buch­in­halt: Ich erwirt­schafte kei­ner­lei Gewinn mit die­sem E‑Book. Dan­kens­wer­ter­weise hat eine gute Freun­din SAM den Text kos­ten­los lek­to­riert und kor­ri­giert. Zusätz­lich habe ich ihn durch eine com­pu­ter­ge­stützte Recht­schreib­kor­rek­tur prü­fen las­sen. Soll­ten Sie das Bedürf­nis ver­spü­ren, Kor­rek­tu­ren am Text vor­zu­neh­men, kon­tak­tie­ren Sie mich bitte per Mail an autor@markuswalz.eu und ich sende ihnen gerne eine Kopie des Manu­skripts zur Bear­bei­tung zu. Wei­ter­hin trete gerne mit Ihnen in Kon­takt und in ein kon­struk­ti­ves Gespräch, falls Sie Anmer­kun­gen und Ver­bes­se­rungs­vor­schläge für mich haben.
Außer­dem sammle ich für die Web­site http://www.achtsam-zum-urvertrauen.de Inter­views mit und Erfah­rungs­be­richte von Hoch­sen­si­blen mit ihrer jewei­li­gen Lebens­ge­schichte und ihrem urei­ge­nen Weg, den sie gehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie einen Teil dazu bei­tra­gen wür­den. Sen­den Sie bitte auch in die­sem Fall eine Mail an autor@markuswalz.eu

Zu guter Letzt: Las­sen Sie sich durch Rück­schläge nicht ent­mu­ti­gen und hören Sie immer auf Ihr Gefühl. Ich wün­sche Ihnen viel Erfolg auf ihrem Weg.

Einen herz­li­chen Gruß
Mar­kus Walz

Alles ist eins und eins ist in allem

Selbst­ent­wick­lung>

Ein Kommentar zu „Vorwort

  • 29. Juli 2020 um 10:05
    Permalink

    End­lich – mit 59 Jah­ren und nach vie­len leid­vol­len aber auch inter­es­san­ten Erfah­run­gen – erfahre ich, was mit mir los ist. Und nicht nur mit mir, son­dern auch mit mei­nem Sohn bzw. Nef­fen.
    Sie »spre­chen« und schrei­ben mir aus der Seele. Hier kann ich jeden Satz unter­schrei­ben.
    Und end­lich die rich­tige Unter­stüt­zung fin­den, mich und mein Umfeld zu ver­än­dern.
    Danke.

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