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Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

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Es folgt eine lange Ein­lei­tung, damit du auch sicher ver­stehst, was ich meine, bevor ich zu des Pudels Kern vor­stoße. Hab also bitte ein wenig Geduld.

Hoch­sen­si­ble sehen die Welt anders. Man­che haben mir gesagt, sie sehen die Welt nackt und wirk­lich. Pure Rea­li­tät. Sie leben nicht in ihrer eige­nen, klei­nen Welt, son­dern sie sehen die umfas­sende Wahr­heit. Mir geht das nicht über­all, aber doch in etli­chen Facet­ten die­ser Welt genauso. Ich erkenne die Sys­teme und kann sehr gut abschät­zen, was in der Welt vor sich geht. Des­we­gen und wegen der Über­rei­zung ver­zichte ich mitt­ler­weile größ­ten­teils dar­auf, Nach­rich­ten im Fern­se­hen zu schauen. Über­all auf der Welt sind die Sys­teme dar­auf aus­ge­legt, dass es weni­gen auf den Schul­tern vie­ler mate­ri­ell extrem gut geht, wäh­rend die Masse gerade so hin­kommt, vor sich hin­ve­ge­tiert oder sogar unter Armut lei­det. Wir leben in einem rie­si­gen Pyra­mi­den­sys­tem, in dem die Res­sour­cen und die Macht auto­ma­tisch nach oben flie­ßen. Die­ses Sys­tem wird von eini­gen weni­gen Men­schen (weni­ger als 1 % der Welt­be­völ­ke­rung) aus­ge­formt und ver­fei­nert, wäh­rend ca. 10 % es durch­set­zen. Den bei­den obers­ten Ebe­nen geht es mate­ri­ell gese­hen sehr gut. Sie haben kei­ner­lei mate­ri­elle Sor­gen und kön­nen ihr Leben genie­ßen. Die Ebe­nen dar­un­ter begin­nen bereits damit, All­tags­sor­gen zu ver­spü­ren. Wei­ter unten wer­den es dann Über­le­bens­ängste. Je tie­fer wir an die Basis kom­men, desto brei­ter wird sie. Ganz unten ste­hen die Men­schen, die in Slums oder auf der Straße woh­nen und keine Wahl haben, wie sie über­le­ben. Sie müs­sen tun, was immer gefor­dert wird. Die­ses Sys­tem lie­fert immer neue Namen für die Medien, Neu­gie­ri­gen, Sen­sa­ti­ons­lus­ti­gen und Moral­apos­tel. Die Nach­rich­ten­in­halte hin­ge­gen sind seit Ewig­kei­ten immer die­sel­ben und es ändert sich nicht viel im Laufe einer Lebensspanne.
Die erste Fähig­keit ist also die Erkennt­nis des­sen, was wahr ist, was rich­tig ist und was falsch ist. Alle Men­schen tra­gen den Kern der Erkennt­nis in sich. Wir Hoch­sen­si­blen haben die Fähig­keit, ihn vor den ande­ren deut­lich wahrzunehmen.

Durch die erhöhte Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit und das schnelle Ver­ar­bei­ten von Infor­ma­tio­nen haben wir die Werk­zeuge dafür, Gescheh­nisse vor­her­zu­se­hen. Das mag wie Hell­se­he­rei klin­gen und fühlt sich aus der Warte der Betrof­fe­nen auch so an. Dabei abs­tra­hie­ren wir unsere Wahr­neh­mung und die dar­aus gezo­ge­nen Erfah­run­gen und über­tra­gen bei­des auf ein ande­res Ereig­nis. Ein­fa­ches Bei­spiel: Eine frisch geschie­dene allein erzie­hende Mut­ter ohne eige­nes Ein­kom­men, die an der Armuts­grenze lebt, will den Schre­ber­gar­ten über­neh­men, den sie zusam­men mit ihrem gut ver­die­nen­den Ehe­mann in der Ehe gepach­tet hatte. Wer sieht es jetzt schon kom­men? Eben. Ich habe ihr genau vor­her­ge­sagt, dass sie sich mit den Kos­ten über­nimmt und ihre Rech­ne­rei eine Milch­mäd­chen­rech­nung sei. Sie ließ die unre­gel­mä­ßi­gen Kos­ten außer Acht. Abfuhr von Gar­ten­ab­fäl­len, die Far­ben, um das Gar­ten­haus zu strei­chen, das Geld für Werk­zeug und Dün­ger. All jene Dinge, die man benö­tigt, wenn man einen Nutz­gar­ten hal­ten will. Dage­gen rech­nete sie jedoch die Erspar­nisse ein, die sie durch selbst gezo­gene Kar­tof­feln, Möh­ren und Gur­ken hat. Natür­lich mit einem zu hohen Betrag und viel zu gut geschätz­ter Ernte. Trotz Vor­war­nun­gen wollte sie nicht hören. Wer hört schon gerne die Wahr­heit, wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat.

Natür­lich kam es, wie es kom­men musste. Die junge Dame ver­schul­dete sich bei ihrer Fami­lie und ihren Freun­den, um die Par­zelle hal­ten zu kön­nen, und ging bis zum Äußers­ten. Sie wurde vom Schre­ber­gar­ten­ver­ein hin­aus­ge­wor­fen und saß ohne Gar­ten­par­zelle, Kar­tof­feln und mit Schul­den da. Kann jedem Mal pas­sie­ren, klar. Jedoch nei­gen einige Men­schen dazu, dass ihnen immer wie­der ähn­li­che Dinge in leicht abge­wan­del­ter Form pas­sie­ren. Bei jeder Ent­schei­dung den­ken sie: »Bei mir kann das ja ganz anders lau­fen als bei ande­ren.« Oder: »Dies­mal wird es bes­ser lau­fen als die letz­ten 30 Male.« Irgend­wann fällt der Kugel­schrei­ber viel­leicht nicht zu Boden, wenn ich ihn fal­len lasse, son­dern schwebt zurück in meine Hand. Sie hören nicht auf ihr Gefühl, son­dern auf das Wollen.
Die zweite Fähig­keit ist also die Weit­sicht, erken­nen zu kön­nen, wel­che Folge eine Hand­lung in sich trägt.

Durch dein Mit­ge­fühl ver­stehst du viel bes­ser als andere, wie Men­schen ticken. Oft schaust du jeman­den für einen Moment an und kannst ihn schon grob einer bestimm­ten Kate­go­rie Mensch zuord­nen. Die Kate­go­rien teilst du dir schon ein, seit­dem du den­ken kannst. Meine sind: sym­pa­thisch, schön (im Inne­ren), getrie­ben, trau­rig, ver­zwei­felt, abge­stürzt, aggres­siv, sen­si­bel, ent­rückt, (geis­tig) krank, hin­ter­häl­tig, ego­is­tisch, bös­ar­tig, lebens­be­dro­hend. Es kom­men bei Bedarf noch einige Nuan­cen dazu. Seit jeher kate­go­ri­siere ich Men­schen erst ein­mal nach ihren pri­mä­ren Eigen­schaf­ten. Wenn ich sie näher ken­nen lerne, wer­den sie aus den Kate­go­rien her­aus­ge­holt und mit ihren jewei­li­gen Detail­ei­gen­schaf­ten ohne Schub­la­den ein­ge­ord­net. Jeder bekommt sei­nen eige­nen Platz in mei­nem Kopf oder Her­zen. Mitt­ler­weile kann ich vie­len Men­schen nach ein paar Minu­ten Gespräch bereits ihre grund­sätz­li­chen Eigen­schaf­ten ins Gesicht sagen. Sie sind dann erstaunt oder reagie­ren auch zum Teil abweh­rend, wenn ich das tue. Selbst wenn es für sie posi­tiv aus­schaut. Nie­mand wird gerne durch­schaut. Aber das ist ein wesent­li­cher Teil dei­nes Seins. Du durch­schaust Men­schen. Je älter du wirst, desto weni­ger Zeit benö­tigst du und desto genauer wer­den die Ana­ly­sen. Mir wurde schon von etli­chen Men­schen unter­stellt, dass ich psy­cho­lo­gisch geschult sei. Ich habe in mei­nem gan­zen Leben noch kein kli­ni­sches Psy­cho­lo­gie­buch gele­sen und habe nie eine Psy­cho­lo­gie­vor­le­sung besucht. Aller­dings habe ich erst vor eini­gen Mona­ten in einem Stan­dard­werk geblät­tert und die gele­se­nen Text­pas­sa­gen haben mir gezeigt, dass ich durch rei­nes Selbst­stu­dium in der Pra­xis viele Dinge gut ein­schät­zen kann. Ich lese in Men­schen. Außer ihren Grund­ei­gen­schaf­ten kann ich auch noch ihre der­zei­tige Gemüts­lage sehen und spü­ren. Wenn ich mit ihnen rede, bekomme ich sofort eine Rück­mel­dung, inwie­weit sich meine Worte auf ihren Gemüts­zu­stand aus­wir­ken. Wahr­schein­lich hast du nun bei etli­chen Sät­zen inner­lich genickt und »Ich auch« gedacht.
Die dritte Fähig­keit ist die Ein­sicht in das mensch­li­che Wesen.

An ande­rer Stelle gehe ich noch auf die drei Ichs in jedem Men­schen ein. Das Höhere-Ich ist für die Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Netz­werk zustän­dig. Ich erläu­tere es zu dei­nem Ver­ständ­nis jetzt kurz und spä­ter dann aus­führ­lich. Zu eini­gen Men­schen hast du bestimmt schon ein­mal eine Ver­bun­den­heit gespürt, die du dir nicht erklä­ren konn­test. Du hast viel­leicht Men­schen ken­nen gelernt und dach­test nach kur­zer Zeit, du wür­dest sie schon sehr viel län­ger ken­nen. Kannst du dir vor­stel­len, dass alle Lebe­we­sen auf die­sem Pla­ne­ten mit­ein­an­der ver­bun­den sind, vor allem aber die Men­schen unter­ein­an­der und die Hoch­sen­si­blen im Beson­de­ren? Man­che Hoch­sen­si­ble spü­ren die­ses Netz­werk sogar bewusst. Sie haben direk­ten Zugriff dar­auf. Die meis­ten jedoch grei­fen über ihr Höhe­res-Ich dar­auf zu. Dies geschieht immer dann, wenn das Bewusst­sein abge­schal­tet ist.

Bevor du etwas sehr Teu­res kaufst, hast du bestimmt auch das Bedürf­nis noch­mal eine Nacht drü­ber zu schla­fen und zu schauen, was für ein Gefühl du am Mor­gen bei der Sache hast. Fal­len dir nicht auch immer die bes­ten Ideen ein, wenn du spa­zie­ren gehst oder Sport machst? Deine bewuss­ten Gedan­ken ebben ab. Die mono­to­nen Bewe­gun­gen und die Umge­bungs­ge­räu­sche oder Musik drän­gen sie in den Hin­ter­grund. Du lässt die Gedan­ken umher­strei­fen. Es ist unge­fähr der­selbe Zustand, den du wäh­rend einer Medi­ta­tion ver­spürst. In dem Fall hat sich das Höhere-Ich mit dem Netz­werk ver­bun­den, Infor­ma­tio­nen hin­ein gege­ben und andere Infor­ma­tio­nen her­un­ter­ge­la­den. Wie in einem Com­pu­ter­netz­werk – alles per LTE und WLAN ohne Kabel. Das Ergeb­nis kom­mu­ni­zie­ren wir als Gefühl für etwas, als Intui­tion oder als Idee, damit es sich nicht nach Eso­te­rik anhört. Viele Men­schen ver­bin­den Eso­te­rik mit einem Hau­fen Schar­la­ta­nen, die ungreif­ba­ren Unfug erzäh­len, der wis­sen­schaft­lich nicht beweis­bar ist oder nicht in ein moder­nes, auf­ge­klär­tes Lebens­kon­zept passt.

Durch die­ses Netz­werk kann man auch Zufälle her­bei­füh­ren. Hast du schon ein­mal erlebt, dass du etwas drin­gend benö­tigst, es aber nicht fin­dest oder dir nicht leis­ten kannst und just ind dem Moment kommt jemand um die Ecke mit genau die­sem Ding oder einem Rat­schlag oder einer hel­fen­den Hand? Ich erlebe es immer wie­der, dass ich Dinge, die ich unbe­dingt haben will oder drin­gend benö­tige, uner­war­tet auf einen Preis redu­ziert finde, den ich mir leis­ten kann. Auch wenn das Ding dann gebraucht ist, ist es so neu­wer­tig, dass es bei mir noch etli­che Jahre hält. Genauso habe ich Men­schen ken­nen­ge­lernt, die genau die Infor­ma­tio­nen mit sich brach­ten, die ich zu dem Zeit­punkt mei­ner Ent­wick­lung benö­tigte. Oft auf so unwahr­schein­li­che Weise, dass es kaum ein Zufall sein konnte.

Pro­biere es ein­fach mal aus. Wenn du schon immer etwas haben woll­test, wünsch es dir ganz doll über eine län­gere Zeit und denke immerzu daran, bevor du ein­schläfst. Die Wahr­schein­lich­keit ist hoch, dass du in rela­tiv kur­zer Zeit (ein paar Tage oder wenige Wochen) die Chance dazu bekommst, die­ses Ding zu erhal­ten. Bei gro­ßen Wün­schen könnte es etwas län­ger dau­ern. Wich­tig dabei ist, dass du dann dei­nem Höhe­ren-Ich folgst, damit es die Mög­lich­kei­ten schaf­fen kann, um deine Wün­sche zu rea­li­sie­ren. Am bes­ten funk­tio­niert es natür­lich, wenn du dir ein­fach etwas wünschst und das Ergeb­nis offen lässt. »Ich könnte jetzt gut einen zu mir pas­sen­den Part­ner gebrau­chen.« Oder: »Mein Job ist nichts mehr für mich, viel­leicht bie­tet sich mir ein geeig­ne­te­rer an.« Sind schlauere Wün­sche als: »Ich könnte jetzt einen Part­ner gebrau­chen, der schlau, fröh­lich und lus­tig, aber erwach­sen ist und gut aus­sieht.« So ein Wunsch könnte genauso einen Men­schen in dein Leben füh­ren. Aber dafür inter­es­siert er sich lei­der für Dinge, die dei­nen Inter­es­sen nega­tiv gegen­über­ste­hen und hat eine Ein­stel­lung zum Leben, die du auf kei­nen Fall tei­len willst und kannst.

Was du unbe­dingt für deine Ent­wick­lung benö­tigst, wird von ganz allein auf dich zukom­men. Meis­tens ziem­lich unver­mu­tet. Viel lie­ber soll­test du aber an etwas den­ken, was dir wirk­lich nütz­lich wäre und was dir ent­spricht. Im Nor­mal­fall ist Geld und Besitz­tum für Hoch­sen­si­ble nicht wich­tig, denn bei­des beant­wor­tet nicht unsere Fra­gen und hilft uns nicht bei der Ent­wick­lung. Das ist unser ein­ge­bau­tes Wesen. Geld macht nicht glück­lich, aber es beru­higt, ist eine typi­sche Hal­tung für Hoch­sen­si­ble. Doch auch mensch­li­che Hilfe und Unter­stüt­zung kann man auf die­sem Weg bekom­men. Wenn ich sehr ein­sam und ver­zwei­felt war, kam jemand mit einem Rat oder einer Geschichte daher, die mir half. Oder er spen­dete mir Trost. Jemand fand genau die Worte, die ich in mei­ner Not brauchte oder bot mir seine hel­fende Hand an. Für Men­schen, die schon mal mit ent­spre­chen­der Lek­türe in Berüh­rung gekom­men sind: Ich spre­che hier das Gesetz der Anzie­hung an. Wir zie­hen das an, was wir aus­sen­den. Die Ener­gie­fre­quenz, auf die wir uns ein­stel­len, bringt uns das Gewünschte bzw. das Benötigte.
Die vierte Fähig­keit ist die Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Netzwerk.

Das alles hört sich nach Hexe­rei oder Star Wars an? Die Macht ist mit dir, mein jun­ger Pada­van! Was glaubst du, woher George Lucas seine Ideen bezieht? George ist hun­dert­pro­zen­tig ein Hoch­sen­si­bler. Und die Jedi-Rit­ter sind eben­falls Hoch­sen­si­ble, die trai­niert wur­den, ihre Fähig­keit zu einem Maxi­mum zu nutzen. 😉

Jetzt kom­men wir end­lich zum Kern des Artikels.
Mit die­sen vier Fähig­kei­ten ist es für dich über­haupt kein Pro­blem, Men­schen zu mani­pu­lie­ren. Du kannst sie mit ein biss­chen Übung bewusst dazu brin­gen, das zu tun, was du willst. Es sei denn, es sind selbst Hoch­sen­si­ble. Die durch­schauen dein Bestre­ben schnell. Ver­such es ein­mal mit Kol­le­gen oder Mit­men­schen, die du für gut mani­pu­lier­bar hältst. Aber tue ihnen etwas Gutes dabei. Bring sie viel­leicht dazu, eine Dumm­heit nicht zu bege­hen. Die Fähig­keit der Mani­pu­la­tion ist uns in die Wiege gelegt. Wir benö­ti­gen dazu kein Psychologiestudium.
Nun kom­men wir zum ers­ten Mal auf das Thema Karma und kos­mi­sches Gleich­ge­wicht. Beide Sys­teme basie­ren auf dem all­ge­mein aner­kann­ten Sys­tem: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.
Zuerst ein­mal die dunkle Seite der Macht. Wenn es mir Spaß berei­tet, die Men­schen so zu mani­pu­lie­ren, dass sie mir zu Gefal­len sind und meine per­sön­li­chen Bedürf­nisse befrie­di­gen, kann ich ein nahezu sorg­lo­ses Leben füh­ren auf Kos­ten ande­rer. Nun mag einem das so erschei­nen, dass jemand gewollt hat, dass ich meine Fähig­kei­ten auf diese Weise nutze. Denn warum sollte ich sie sonst haben? Ich habe schließ­lich ein leich­tes Leben ver­dient. Warum soll ich mir es erschwe­ren, indem ich meine Fähig­kei­ten nicht ein­setze? Ich habe eine Frau, die mei­nen Haus­halt führt und die Kin­der ver­sorgt. Ich habe eine Geliebte, die sich um meine sexu­el­len Bedürf­nisse küm­mert. Ich habe einen Job, bei dem ich nicht allzu viel tun muss und ver­diene viel Geld. Warum soll ich nicht die Zeit dazu nut­zen, die mir geschenkt wurde, um alle Annehm­lich­kei­ten des Lebens zu genie­ßen? Für Frauen liest sich das so: Ich habe einen Mann, der mich mit sei­ner Arbeit ver­sorgt und sich um die Kin­der küm­mert. Ich habe eine Putz­frau oder Haus­häl­te­rin, die mein Haus sau­ber hält. Ich habe einen Lieb­ha­ber, der alle meine Wün­sche erfüllt. Warum soll ich dann nicht die Zeit dazu nut­zen, die mir geschenkt wurde, um mir alle meine Wün­sche zu erfüllen?
Die Folge die­ser Mani­pu­la­tion und des Den­kens ist gera­dezu selbst­zer­stö­re­risch. Die Spi­rale beginnt damit, dass man den Part­ner danach aus­sucht, wie gut man ihn mani­pu­lie­ren kann und nicht, ob er zu einem passt. Ebenso mani­pu­liert man den eige­nen Nach­wuchs von Anfang an so, wie man ihn gerne hätte. Man ver­nach­läs­sigt die Ver­an­la­gung der Kin­der. Als Per­so­nal sucht man sich Men­schen, die man leicht beein­flus­sen kann. Alle Men­schen um mich herum suche ich mir nach die­sen Kri­te­rien aus. Ich bin immer der Mit­tel­punkt der Men­schen in mei­nem Dunst­kreis. Dar­aus resul­tiert, dass ich mich auch um immer mehr Men­schen küm­mern muss. Ich muss sie per­ma­nent mani­pu­lie­ren, um die gewünsch­ten Effekte zu erzie­len. Wenn jemand nicht spurt, wird er aus­ge­tauscht. Da ich mich durch meine Natur immer sehr schnell an einen Sta­tus quo gewöhne und mich mit ihm lang­weile, müs­sen zusätz­lich immer neue Ebe­nen der Sti­mu­la­tion her. Mein Part­ner lang­weilt mich, also muss ein neuer her. Der Sex mit dem Gelieb­ten ist nicht mehr so toll wie frü­her, also muss ein neuer Lieb­ha­ber her. Ich habe mit dem Lieb­ha­ber schon alles aus­pro­biert, was er kann. Da suche ich mir einen neuen, mit dem ich noch mehr Tech­ni­ken aus­pro­bie­ren kann. Die Sti­mu­la­tion beim Sex muss immer grö­ßer wer­den. Die Höhe­punkte immer inten­si­ver oder län­ger. Viel­leicht hel­fen Alko­hol oder andere Dro­gen? Viel­leicht ist SM etwas für mich? Wenn die Ver­liebt­heit auf­hört, brau­che ich drin­gend einen neuen Part­ner oder Gelieb­ten. Meine Freunde erzäh­len immer das­selbe und sind lang­wei­lig. Ich brau­che neue Freunde. Das Geld reicht nicht mehr, um den Sta­tus zu hal­ten, den ich mir mitt­ler­weile ange­wöhnt habe. Also muss ich wie­der den Part­ner gegen einen tau­schen, der mir das Plus an Mit­teln bereit­stellt. Das Spiel geht auf einer neuen Ebene von vorn los. Ich bin so damit beschäf­tigt, die Spi­rale am Leben zu erhal­ten, in die ich mich bege­ben habe, dass meine ande­ren Fähig­kei­ten und Bedürf­nisse auf der Stre­cke blei­ben. Ich lebe nur meine mani­pu­la­tive Seite aus. Und das ist die Seite, die mich am wenigs­ten befrie­digt. Ich kann das Loch nicht fül­len, das in mir klafft. Ich kann die Fra­gen nicht beant­wor­ten, die sich mir stel­len. Wenn ich Glück habe, sterbe ich, bevor das Kar­ten­haus aus Lügen, Betrug und Mani­pu­la­tion zusam­men­bricht. Wenn ich Pech habe, erlebe ich es noch mit. Im Hin­ter­kopf weiß ich die ganze Zeit über, dass ich sehr tief fal­len werde, wenn mich die­ses Schick­sal ereilt. Ich kann im Grunde kein erfüll­tes Leben füh­ren, denn das von mir auf­ge­baute ist hohl und leer. Es besteht nur aus Äußer­lich­kei­ten. Oft brin­gen die Hoch­sen­si­blen das Haus selbst zum Ein­sturz, weil sie nicht mehr damit umge­hen kön­nen und sich hoff­nungs­los über­reizt und über­for­dert haben. Die Fol­gen sind für sie emo­tio­nal furcht­bar und unab­seh­bar. Schau dir die Stars an, die in schwin­delnde Höhen gestie­gen sind, weil sie ein­fach ohne Rück­sicht auf Ver­luste alles dafür getan haben, in diese Posi­tion zu gelan­gen. Wenn sie fal­len, ist ihr Leben ein ein­zi­ger Trüm­mer­hau­fen und sie fan­gen ganz von vorn an. Nur mit noch beschei­de­ne­ren Vor­aus­set­zun­gen als jeder andere.

Nutzt du die Mani­pu­la­ti­ons­fä­hig­keit zum Wohle ande­rer, wirst du ein ganz ande­res Erleb­nis haben. Mein Opa sagte mal zu mir: Ein Lächeln kos­tet dich nichts und Freund­lich­keit ebenso wenig. Wenn du im Leben gibst, wirst du ein Viel­fa­ches zurück­er­hal­ten. Er war ein sehr wei­ser Mensch.

Wenn du Men­schen in Not hilfst, ihre Unsi­cher­hei­ten zu über­win­den oder rich­tige Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und sie bemer­ken den Unter­schied, haben sie eine bes­sere Chance, im Leben zurecht­zu­kom­men und sich zu ent­wi­ckeln. Jeder Mensch ist zeit sei­nes Lebens in Ent­wick­lung. Man­che Men­schen brau­chen nur viel, viel län­ger dazu, als wir Hoch­sen­si­blen. Unter­stütze sie in ihrem eige­nen Tempo und biete deine Hilfe an. Jeman­dem etwas auf­zwin­gen zu wol­len, bringt dich wie­der in eine nega­tive Spi­rale. Wenn du ihnen gibst, was sie wirk­lich benö­ti­gen und sie berätst, so gut du kannst, wer­den sie sich zu gege­be­ner Zeit erkennt­lich zei­gen. Du wirst zwar nicht immer das bekom­men, was du haben willst, aber du wirst immer das bekom­men, was du wirk­lich brauchst. Wenn du dich in dei­nem Leben auf die Dinge kon­zen­trierst, die wirk­lich wich­tig sind, wenn du dei­nen Fähig­kei­ten folgst und sie sinn­voll und hilf­reich ein­setzt, dann wird sich das für dich aus­zah­len. Für jeden Dienst, den du ande­ren erweist, wirst du viel­fach belohnt. Die Vor­aus­set­zung dafür ist, dass du es ohne Hin­ter­ge­dan­ken und aus dei­nem grund­ei­ge­nen Bedürf­nis her­aus tust. Setze deine Erkennt­nis dazu ein, ande­ren die Augen zu öff­nen. Setze deine Weit­sicht dazu ein, die Men­schen um dich herum durch die Strom­schnel­len und um die Riffe herum zu navi­gie­ren und sie sicher ans Ufer zu brin­gen. Setze deine Ein­sich­ten in die Men­schen dazu ein, ihnen zu hel­fen, ihre Schwä­chen zu sehen und zu meis­tern, damit sie sich ihren Ängs­ten stel­len und diese über­win­den kön­nen. Setze dei­nen Zugriff auf das Netz­werk ein, um dei­nen Gefüh­len zu fol­gen zu dei­nem Bes­ten und zum Bes­ten aller ande­ren. Wenn du das tust, wirst du unglaub­li­che Dinge erle­ben, die Wun­der die­ser Welt sehen und spü­ren und am Ende dei­nes Weges den Dank vie­ler Men­schen im Gepäck haben. Deine per­sön­li­chen Bedürf­nisse wer­den immer erfüllt wer­den und du wirst alle deine Fra­gen beant­wor­tet bekom­men. Dazu soll­test du andere Men­schen lie­ben und ach­ten, auch wenn sie dir zunächst nicht wohl geson­nen sind. Und du soll­test das Gros dei­ner Ängste über­win­den und zum Urver­trauen fin­den. Das Ver­trauen, dass alles gut wird, wenn du dei­nem Gefühl folgst.

Ein indi­sches Sprich­wort besagt: »Am Ende dei­nes Wegs wird alles gut, und wenn noch nicht alles gut ist, bist du noch nicht am Ende angelangt.«

<Der Ozean unter der Pfütze Män­ner haben es schwer>

Sie befin­den sich mit­ten im Buch. Star­ten Sie mit dem Lesen bitte am Anfang.
Ich bitte Sie, das Vor­wort und das Kapi­tel Selbst­ent­wick­lung zu lesen, bevor Sie fortfahren.

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