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Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

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»Ent­we­der mache ich das ver­nünf­tig oder gar nicht!«

Trifft die­ser Spruch auf dich zu? Dein Anspruch an deine Arbeit oder an die Tätig­kei­ten, die du über den Tag ver­teilt ver­rich­test, ist recht hoch? Du möch­test alles am liebs­ten per­fekt machen? Um dich herum sol­len Har­mo­nie und Schön­heit herr­schen? Du ver­stehst nicht, wie man etwas schlam­pig oder halb fer­tig erle­di­gen kann? Doch oft frus­triert dich das Ergeb­nis, das du zu Stande bringst? Dann hast du auch keine Lust mehr, die jewei­lige Tätig­keit oder Arbeit wei­ter zu verfolgen?

Wir hoch­sen­si­blen Men­schen haben ein ein­ge­bau­tes und fest ver­drah­te­tes Gefühl dafür, was rich­tig und falsch ist. Wir erken­nen das Rich­tige auf einen Blick und bemer­ken jeden noch so klei­nen Feh­ler. Des­we­gen stre­ben wir nach Per­fek­tion. Nicht hoch­sen­si­blen Men­schen ist das alles oft egal. Sie machen die Dinge so gut sie kön­nen oder noch nicht mal das. Einige leben auch nach der Maxime: ‚Ich tue genau so viel, wie ich muss. Kei­nen Deut mehr.‘ Damit könn­test du nur schwer leben, nicht wahr? Das fühlt sich inner­lich falsch an und es wider­strebt dir.

Das Blöde an dei­ner Ein­stel­lung ist jedoch, dass du dich unwei­ger­lich über­for­derst. Der Mensch ist nicht dafür geschaf­fen, Per­fek­tes zu schaf­fen. Das wird nie­man­dem gelin­gen. Selbst wenn du instink­tiv weißt oder fühlst, wie es per­fekt wäre, feh­len dir garan­tiert die Mit­tel, die­ses Ziel zu erreichen.

Dabei rei­chen oft 70 – 80 % des Auf­wan­des für ein ordent­li­ches Ergeb­nis und diese for­dern ledig­lich einen Ener­gie­ein­satz von 20 %. Spä­ter stelle ich hierzu noch das Pareto-Prin­zip vor. (Siehe auch »Los­las­sen – Perfektionismus«).

Bei­spiel: Du sollst für dei­nen Auf­trag­ge­ber einen Raum neu gestal­ten. Also die Wände strei­chen, das vor­han­dene Mobi­liar unter­brin­gen und arrangieren.

Jeder »nor­male« Mensch würde den Auf­trag­ge­ber fra­gen, wel­che Tapete und Farbe er haben möchte. Dann würde er diese besor­gen, den Raum tape­zie­ren und bei Bedarf noch strei­chen. Anschlie­ßend würde er sich kurz über­le­gen, wie die Möbel nicht ganz so dumm her­um­ste­hen und die Sachen darin so unter­brin­gen, dass es ein wenig Sinn ergibt.

Du hin­ge­gen notierst dir 10 Fra­gen, die du dei­nem Auf­trag­ge­ber stellst. Über seine Lieb­lings­far­ben, wel­che Emo­tio­nen der Raum her­vor­ru­fen soll etc. Dem Auf­trag­ge­ber schlägst du vor, die Wände alle in unter­schied­li­chen Nuan­cen zu strei­chen, damit je nach Son­nen­ein­fall und Tages­zeit eine tolle Stim­mung im Raum herrscht. Dann kata­lo­gi­sierst du die vor­han­de­nen Möbel und Deko-Arti­kel, fer­tigst eine Skizze an, wie du alles ver­nünf­tig unter­brin­gen kannst. Du holst dir ein Buch über Fengs­hui, schaust dir Schö­ner-Woh­nen-Zeit­schrif­ten an oder schaust im TV Reno­vie­rungs­shows. Du wälzt kilo­weise Inter­net­sei­ten und durch­stö­berst Shops nach Tape­ten, Boden­be­lä­gen und pas­sen­den Acces­soires, die noch feh­len. Even­tu­ell schlägst du noch den Wech­sel bestimm­ter Möbel­stü­cke vor, die in das jewei­lige Design nicht hin­ein­pas­sen. Ins­ge­samt unter­brei­test du dei­nem Auf­trag­ge­ber 5 Vor­schläge, wie du sei­nen Raum ein­rich­ten könn­test. Am liebs­ten wür­dest du einen Com­pu­ter­spe­zia­lis­ten enga­gie­ren, der dir vir­tu­elle Ver­sio­nen des Raums in 3D erstellt. Lei­der ist das im Bud­get nicht ent­hal­ten. Der Auf­trag­ge­ber ist gleich­zei­tig begeis­tert, aber auch ein wenig über­for­dert. Mit die­sem Ser­vice hat er nicht gerech­net. Er benö­tigt meh­rere Tage für alle Ent­schei­dun­gen. Mit denen im Gepäck gehst du los, besorgst alles und beginnst mit dem Tape­zie­ren. Da du dich häu­fi­ger mit der Länge der Bah­nen ver­tust, brauchst du mehr Mate­rial. Das stellst du dei­nem Auf­trag­ge­ber lie­ber nicht in Rech­nung, da er ja nichts dafür kann, dass du so unkon­zen­triert arbei­test. Sind ja auch nur 5 Qua­drat­me­ter. Beim Malen ver­pin­selst du dich ab und an und musst kor­ri­gie­ren. Du ver­brauchst mehr Farbe als geplant, die du eben­falls nicht abrech­nest. Beim Ein­räu­men der Möbel fügst du eini­gen davon Krat­zer zu. Gut, die Möbel waren vor­her auch gebraucht und hat­ten Abnut­zungs­er­schei­nun­gen, aber für deine Schus­se­lig­keit ziehst du noch mehr von der Rech­nung ab. Als dir dann noch Deko-Objekte her­un­ter­fal­len, ersetzt du diese nicht nur, son­dern kaufst zusätz­lich noch neue, die du toll fin­dest. Du stellst sie auf den pas­sen­den Fleck im Raum. Zum Schluss hast du 3 Wochen benö­tigt um alles hin­zu­be­kom­men. Der Raum sieht wun­der­schön aus, aber du bist noch nicht ganz zufrie­den. Da du es nicht bes­ser kannst, erlässt du dem Auf­trag­ge­ber noch­mals etwas vom Gesamt­be­trag. Der Auf­trag­ge­ber ist über­wäl­tigt und zahlt die viel zu bil­lige Rech­nung, ohne mit der Wim­per zu zucken, und emp­fiehlt dich weiter.

Du bist fix und fer­tig und benö­tigst erst mal ein paar Tage zur Rege­ne­ra­tion, bevor du den nächs­ten Auf­trag anneh­men kannst.

Der nor­mal­sen­si­ble Mensch hat 4 Tage für alles benö­tigt, der Raum ist zweck­mä­ßig ein­ge­rich­tet und abends konnte er noch mit Kol­le­gen aus­ge­hen oder sei­nen Hob­bys frö­nen. Außer­dem hat er die zusätz­li­che Tapete und Farbe in Rech­nung gestellt. Für die zer­stör­ten Deko-Objekte ent­schul­digt er sich ledig­lich. Der Auf­trag­ge­ber ist trotz­dem voll­kom­men zufrie­den. Er weiß ja nicht, was DU mit dem Raum ange­stellt hät­test. Die viel höhere Rech­nung zahlt er, ohne mit der Wim­per zu zucken, da der Preis so ver­an­schlagt wor­den war und der Kos­ten­auf­schlag mini­mal ist. Der Auf­trag­ge­ber emp­fiehlt ihn wei­ter, da er seine Auf­gabe erwar­tungs­ge­mäß erfüllt hat. Der »nor­male« Mensch geht zufrie­den nach Hause und kann am nächs­ten Tag einen neuen Auf­trag annehmen.

Das Inter­es­sante dabei ist, dass die Erwar­tun­gen an das Ergeb­nis 60 – 70 % der per­fek­ten Lösung nicht über­stei­gen. Wenn man also eine Auf­gabe zur Zufrie­den­heit der Ande­ren erle­digt und dabei nur zwei Drit­tel Auf­wand betreibt, ist alles gut. Wir Hoch­sen­si­blen sehen das nur nicht so. Von ande­ren erwar­ten wir meis­tens keine Per­fek­tion, das ist rei­ner Selbst­an­spruch. Pro­biere es ein­fach ein­mal aus. Wenn dein Chef, deine Che­fin oder ein Kunde dir nächs­tes Mal einen Auf­trag erteilt, dann erle­dige ihn zunächst ein­mal zu 80 %. Es wird dir sehr leicht fal­len, diese Anfor­de­rung zu erfül­len. Du wirst fest­stel­len, dass dies deine Auf­trag­ge­ber voll­kom­men zufrie­den stellt. Wenn du dich nicht dazu über­win­den kannst, dann sieh es ein­mal so: Du lie­ferst immerzu annä­hernd per­fekte Arbeit ab. Meis­tens früh­zei­tig vor dem gefor­der­ten Ter­min. Das kos­tet dich eine Unmenge an Kraft, für die du gar nicht ent­lohnt wirst. Jetzt lie­ferst du ein­mal nur 80 % ab. Da dies das erste Mal ist, kannst du Kulanz von dei­nem Auf­trag­ge­ber erwar­ten, falls er nicht zufrie­den sein sollte. Dein Gegen­über wird schlimms­ten­falls den­ken: »Naja, jeder hat mal einen schlech­ten Tag.« Schließ­lich kannst du nachbessern.

Ich wette mit dir, dass dein Auf­trag­ge­ber oder Chef zufrie­den sein wird. Er wird nichts bean­stan­den und dich sogar wei­ter­emp­feh­len oder dir mal ein Lob zukom­men las­sen. Die gewon­nene Zeit kannst du dafür nut­zen, lang­sa­mer und bedäch­ti­ger zu arbei­ten. Du bist nicht mehr so stark über­for­dert, viel ent­spann­ter und kannst in dei­ner Frei­zeit mehr Dinge tun, die dir Spaß machen. Du musst nicht mehr so lange rege­ne­rie­ren. Deine Auf­trag­ge­ber wer­den dir im End­ef­fekt dank­bar sein, dass du immer noch bes­sere Arbeit ablie­ferst als die meis­ten ande­ren um dich herum und dabei so ent­spannt bleibst.

Ein ande­rer Grund, warum du so ver­fah­ren soll­test, ist deine Für­sor­ge­pflicht dir selbst gegen­über. Hoch­sen­si­ble hal­ten sich gerne in ande­ren Men­schen auf, ver­set­zen sich in sie hin­ein, füh­len und den­ken für sie mit. Dabei ver­ges­sen sie häu­fig sich selbst. »Andere sind wich­ti­ger, als ich«, habe ich schon als Aus­sage dazu gehört. »Das kann ich schon ab und ich will es ja auch so.« Doch die Selbst­für­sorge ist eine ele­men­tare Not­wen­dig­keit. Die dau­er­hafte Über­rei­zung schleicht sich lang­sam ein. Aus einem »Ja, das mache ich aus­nahms­weise mal noch mit und ich will es per­fekt machen« wird irgend­wann nach Jah­ren eine Beses­sen­heit, die das Nein-Sagen gar nicht mehr beinhal­tet und in jeder Tätig­keit per­fekt sein will. Dabei brauchst du statt­des­sen Zeit für dich und Zeit für die Ver­ar­bei­tung der vie­len Reize. Du musst zuvor­derst für dein Wohl­be­fin­den sor­gen. Und zwar in jedem Aspekt dei­nes Lebens. Erst wenn es dir rich­tig gut geht, kannst du für andere sor­gen oder deine Auf­träge beson­nen und gut erle­di­gen. Das Augen­merk hier­bei liegt auf gut und nicht auf sehr gut bis perfekt.

<Der WOW-Effekt Effek­ti­vi­tät>

Sie befin­den sich mit­ten im Buch. Star­ten Sie mit dem Lesen bitte am Anfang.
Ich bitte Sie, das Vor­wort und das Kapi­tel Selbst­ent­wick­lung zu lesen, bevor Sie fortfahren.

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