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Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen

Hochsensibilität im Alltag

Markus Walz

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Hochsensibilität im Alltag

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Durch die Gehirn­tä­tig­keit, die per­ma­nent auf hohem Level läuft, wer­den HSP in jun­gen Jah­ren oft als hoch­be­gabt ein­ge­stuft. Der Intel­li­genz­quo­ti­ent wird immer im Ver­gleich zur jewei­li­gen Alters­stufe fest­ge­setzt. Also Kin­der und Jugend­li­che, die bes­ser abs­tra­hie­ren und mehr Gehirn­ar­beit bewäl­ti­gen kön­nen, haben einen höhe­ren IQ. Viele HSP-Kin­der haben zudem einen hohen EQ (Emo­tio­na­len Quo­ti­en­ten), sind also sehr empathisch.

Hoch­sen­si­ble Kin­der (HSK) besit­zen oft eine leb­haf­tere Fan­ta­sie als die Gleich­alt­ri­gen. Lei­der wer­den diese Fähig­kei­ten, beson­ders die Fan­ta­sie und die Emo­tio­na­li­tät, den Kin­dern in unse­rem west­li­chen Schul­sys­tem häu­fig aberzo­gen. Emo­tio­nen und Fan­ta­sie ste­hen der Pro­duk­ti­vi­tät als Erwach­se­ner im Weg. Zudem haben unauf­ge­klärte Eltern von Kin­dern mit leb­haf­ter Fan­ta­sie häu­fig die Angst, dass ihre Kin­der einen Hang zur so genann­ten »Rea­li­täts­flucht« oder noch viel schlim­mer – zu schwe­ren psy­chi­schen Stö­run­gen – haben. »Nun spinn mal nicht so rum«, bekom­men sol­che Kin­der von Erwach­se­nen mit wenig Fan­ta­sie viele Male am Tag zu hören. Sie wer­den so oft dafür geta­delt, dass die Kin­der es sich ver­knei­fen, ihre Fan­ta­sie zu zei­gen und sich diese selbst abtrai­nie­ren oder unter­drü­cken. Die Folge davon sind dann echte psy­chi­sche Schä­den. Die Fan­ta­sie ist nicht weg, son­dern sorgt immer für Schuld­ge­fühle, wenn sie an die Ober­flä­che steigt. Genauso ent­wi­ckelt es sich bei den Emo­tio­nen. In unse­rem Kul­tur­kreis wer­den Men­schen, die große Emo­tio­nen oder viele davon zei­gen, schief ange­schaut. Wenn ein wild­frem­der Mensch dich auf den ers­ten Blick total sym­pa­thisch fin­den, sofort auf dich zukom­men, dich umar­men und sagen würde: »Ach es ist so schön, einen so lie­ben Men­schen ken­nen­ler­nen zu dür­fen.« Wie wür­dest du reagie­ren? »Der kennt mich doch gar nicht, bestimmt ein Psy­cho, der hat einen an der Mur­mel.« Oder wenn jemand gerade einen lus­ti­gen Gedan­ken hat, weil er beim Ver­ar­bei­ten all der Ein­drü­cke über spa­ßige Beob­ach­tun­gen gestol­pert ist und mit­ten auf der Straße anfängt, ohne ersicht­li­chen Grund laut zu lachen. Wenn jemand so sehr vom Anblick der Blü­ten­pracht im Stadt­park berührt wird, dass seine Emo­tio­nen über­lau­fen und er vor lau­ter Rüh­rung (Berührt­heit) anfängt zu wei­nen. Wie wür­dest du reagie­ren? Als Kind tun wir so etwas noch und wer­den dafür umge­hend geta­delt, wenn ein Erwach­se­ner in der Nähe ist. Nichts­des­to­trotz sind all diese Dinge in uns und fin­den dort unwei­ger­lich statt, denn sie sind ein Teil von uns. Ich habe z. B. ein Pro­blem damit, dass ich ein­fach los­heu­len könnte, wenn ich bestimmte Lie­der höre, die ein­fach so schön und per­fekt sind, dass ich sie nur stau­nend bewun­dern kann und mich frage, wie der Künst­ler das hin­be­kom­men hat. Oder wenn Film­sze­nen so echte Emo­tio­nen trans­por­tie­ren, dass ich sie in mir mit durch­lebe. Wie gut, dass die meis­ten davon nicht stän­dig im Radio oder Fern­se­hen lau­fen. Doch würde ich dies in der Öffent­lich­keit aus­le­ben, würde ich als Ver­rückt gel­ten. »Da war doch gar nix, warum heult der Kerl da? Ist der bekloppt?«

Hoch­sen­si­ble Kin­der neh­men sich Kri­tik und Bestra­fun­gen mehr zu Her­zen als nor­mal­sen­si­ble Kin­der. Bei­des löst in ihnen tie­fere Scham­ge­fühle aus. Oft füh­len sie sich nicht mehr geliebt, wenn Stra­fen auf die alt­her­ge­brachte Weise ver­hängt werden.

Da hoch­sen­si­ble Kin­der sehr gut in den Erwach­se­nen lesen kön­nen und sofort mer­ken, wenn diese nicht hin­ter ihren Aus­sa­gen und Ent­schei­dun­gen ste­hen oder gar lügen, sind oft die Erwach­se­nen der Aus­lö­ser für bestimmte Ver­hal­tens­wei­sen der Kin­der. Wenn sie dann noch dafür bestraft wer­den, dass sie auf den Erwach­se­nen reagiert haben, trifft sie dies dop­pelt. Eltern von hoch­sen­si­blen Kin­dern soll­ten mög­lichst ehr­lich und wahr­haf­tig mit ihren Spröss­lin­gen umge­hen. Erin­nern wir uns: HSP und HSK durch­schauen Lügen und Mani­pu­la­ti­ons­ver­su­che viel prä­zi­ser und schnel­ler, als Normalsensible.

Ein wei­te­rer Aspekt ist die Bin­dung von HSK zu ihren Eltern. Wenn die HSK einen hohen EQ besit­zen, also auch sehr empa­thisch sind, ist die Bin­dung zu den Eltern oder zu einem HSP-Eltern­teil sehr eng. Sie hal­ten sich oft im ande­ren auf und beob­ach­ten sehr genau, wie die­ser das Leben meis­tert. Genauso ist der HSP-Eltern­teil ebenso oft beim Kind und macht sich viele Gedan­ken und Sor­gen um den Spröss­ling. Diese beson­dere Bezie­hung trägt oft bis weit ins Erwach­se­nen­al­ter des HSK hin­ein und ist bis­wei­len extrem fra­gil, wenn einer der bei­den unvor­sich­tig damit umgeht.

Es gibt so viele Facet­ten in die­sen Bezie­hun­gen zu beach­ten, die ich in die­sem Text nicht ver­ar­bei­ten kann und auch nicht den Anspruch daran habe, es zu tun. Des­we­gen möchte ich dir das Buch »Mein Kind ist hoch­sen­si­bel – was tun?« von Rolf Sel­lin emp­feh­len. Dort wer­den alle Punkte aus­führ­lich dargelegt.

Zur Rea­li­täts­flucht: Hoch­sen­si­ble Kin­der »flüch­ten« (genauso wie Erwach­sene auch) aus der Rea­li­tät und zie­hen sich in ihre »eigene Welt« zurück, um die Ein­drü­cke, die sie gesam­melt haben zu ver­ar­bei­ten. Sie benö­ti­gen dazu eine Umge­bung, die für uns kom­for­ta­bel und sicher ist, sie müs­sen sich darin wohl­füh­len. Reiz­arm muss sie sein: Leise, nicht zu hell, nicht zu viele visu­elle Reize, vor allem keine unbe­kann­ten. Dann las­sen sie ihren Gedan­ken freien Lauf und leben ihre Fan­ta­sie aus, wäh­rend ihr Gehirn seine Tätig­keit ver­rich­tet. Die­ser Rück­zug aus allem ist lebens­not­wen­dig. Alles andere hat eine Über­las­tung des Gehirns zur Folge. Gerade in Fami­lien mit unru­hi­gem Umfeld, in der viel­leicht nur die Mut­ter und ein Kind hoch­sen­si­bel sind, zie­hen sich die Kin­der tie­fer in ihre Fan­ta­sie­welt zurück. Sie suchen ihr klei­nes Fleck­chen Ruhe und Gebor­gen­heit. Auch nor­mal­sen­si­ble Kin­der müs­sen nach einer gewis­sen Zeit ihre Ein­drü­cke ver­ar­bei­ten. Nur sind es weni­ger Ein­drü­cke in einem län­ge­ren Zeit­raum. Für sie genügt meist die Nacht­ruhe. HSP benö­ti­gen ihre Pau­sen zwi­schen­durch. Und da wir auf dem Weg zum Erwach­sen­sein ein­ge­bläut bekom­men, dass große Kin­der und Jugend­li­che kei­nen Mit­tags­schlaf mehr hal­ten, geht uns diese Zeit ver­lo­ren. Wer sie sich den­noch nimmt, wird unter Gene­ral­ver­dacht der Faul­heit gestellt.

Also bleibt nur diese »Rea­li­täts­flucht« in Spiel- oder Lese­wel­ten, Filme und Serien. Fan­ta­sie und Ruhe sind für uns lebens­wich­tig und gesundheitsrelevant.

Ein Teil der HSK flüch­tet sich lei­der in zu viel Medi­en­kon­sum, was ihren Kör­per zwar ruhen lässt, jedoch ihr Gehirn wie­der mit Rei­zen füt­tert. In jun­gen Jah­ren, wenn noch genü­gend Ener­gie vor­han­den ist und die Rege­ne­ra­ti­ons­zei­ten noch nicht so lang sind, nei­gen einige HSK und HSP dazu, sich sys­te­ma­tisch zu über­rei­zen, um ihre Anders­ar­tig­keit zu betäu­ben und sich nicht mit sich selbst beschäf­ti­gen zu müs­sen. Eltern soll­ten hier stär­ker regelnd ein­grei­fen und das Kind auch mal dazu moti­vie­ren nichts zu tun. Lan­ge­weile ist heil­sam und för­dert die Kreativität.

Um noch ein­mal kurz auf meine Ein­lei­tung oben zurück­zu­kom­men: Wenn ein Kind eine HSP ist und die Eltern die­ses Kon­zept nicht ken­nen oder nicht dran glau­ben wol­len, wird die Intel­li­genz des Kin­des oft her­un­ter­ge­spielt und unter­drückt. Dies ist gerade in den »mitt­le­ren und unte­ren sozia­len Schich­ten« der Fall. Hier darf kei­ner schlauer als die ande­ren sein. Zudem würde das die ande­ren her­ab­set­zen und in der Schul­bil­dung höhere Kos­ten ver­ur­sa­chen, die die Fami­lie even­tu­ell nicht tra­gen kann. Des­we­gen wird dem Kind oft ein­ge­re­det, dass seine Wahr­neh­mun­gen nicht stim­men oder es sogar dumm ist. Also wird es noch gegen­über den ande­ren Kin­dern her­ab­ge­setzt. Da die Wahr­neh­mung des Kin­des nun »gestört« ist, ent­wi­ckelt es Schuld­ge­fühle und fühlt sich wie ein Lüg­ner oder wie ein Ver­rück­ter. Denn das, was es unum­stöß­lich wahr­nimmt, passt nicht zu dem, was von den Erwach­se­nen als Wahr­neh­mung akzep­tiert und ver­mit­telt wird. Diese Dis­kre­panz kann zu psy­chi­schen Krank­hei­ten führen.

Zum Glück wird heute in den öffent­li­chen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und bei Psy­cho­the­ra­pien die Maxime ver­folgt, dass Wahr­neh­mung nicht ver­han­del­bar ist und jedem das von ihm Wahr­ge­nom­mene zuge­stan­den wer­den muss.

<Män­ner haben es schwer Hoch­be­gabte Höchstleistung>

Sie befin­den sich mit­ten im Buch. Star­ten Sie mit dem Lesen bitte am Anfang.
Ich bitte Sie, das Vor­wort und das Kapi­tel Selbst­ent­wick­lung zu lesen, bevor Sie fortfahren.

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