Es scheint so, dass viele Hoch­sen­si­ble außer­ge­wöhn­lich krea­tiv sind. Ebenso geben etli­che HSP an, dass sie das Gefühl haben, viel schnel­ler und/oder viel mehr als andere Men­schen in ihrer Umge­bung zu den­ken. Vor allem den­ken sie immerzu nach und kön­nen ihre Gedan­ken­ströme nicht ein­fach abstel­len.

Sollte es dir so ergan­gen sein, dass du in dei­ner Jugend auf die intel­lek­tu­elle Schiene gera­ten bist, dann wirst du deine Krea­ti­vi­tät und dei­nen gan­zen Hirn­schmalz in deine Arbeit oder For­schungs­pro­jekte ein­flie­ßen las­sen. Nicht wenige Hoch­sen­si­ble sol­len in For­schung und Ent­wick­lung tätig sein. Ich habe einige ken­nen gelernt. Dir wird es wahr­schein­lich nicht wirk­lich bewusst sein, dass du im Job krea­ti­ver bist als Nor­mal­sen­si­ble. Das ist ganz natür­lich, denn unbe­wusste Hoch­sen­si­ble (die nicht wis­sen, dass sie HSP sind) gehen prak­tisch immer davon aus, dass die Men­schen um sie herum genauso funk­tio­nie­ren wie sie selbst. Auch wenn wir wis­sen, dass die meis­ten Men­schen andere Inter­es­sen und Vor­stel­lun­gen vom Leben haben, glau­ben wir auf der Ebene der ein­zel­nen Fähig­kei­ten und Eigen­schaf­ten, dass alle Men­schen uns ähneln. Das ist aller­dings meis­tens nicht der Fall. HSP haben eine ganz andere Sicht­weise auf die meis­ten Dinge im Leben. Je nach­dem, wel­che ihrer Sinne wie stark aus­ge­prägt ist.

Hoch­sen­si­ble, die auf der emo­tio­na­len Schiene leben, wer­den höchst­wahr­schein­lich ihre Haupt­be­schäf­ti­gung im Krea­tiv­sek­tor gefun­den haben. Zeich­ner, Musi­ker, Tän­zer, Bild­hauer, Desi­gner, Archi­tek­ten und Gestal­ter gehö­ren dazu. Falls deine Bil­dung dazu nicht aus­ge­reicht hat, weil du genauso faul in der Schule warst wie ich, beschäf­tigst du dich höchst­wahr­schein­lich neben­bei mit einer oder meh­re­ren künst­le­ri­schen Tätig­kei­ten. Malen, Sti­cken, Klei­dung schnei­dern, Möbel auf­ar­bei­ten, Holz­fi­gu­ren schnit­zen, Schrift­stel­le­rei, Car­toons zeich­nen, ein Musik­in­stru­ment spie­len, Aus­drucks­tanz oder ähn­li­che Hob­bies wer­den sich bestimmt in dei­nem Lebens­lauf fin­den.

Soll­test du dir die soziale Schiene aus­ge­sucht haben, wirst du krea­tiv mit Pro­ble­men der Men­schen um dich herum umge­hen. Ich zum Bei­spiel bin beruf­lich ein pro­fes­sio­nel­ler Pro­blem­lö­ser (mit Mensch und Maschine) und bringe diese Krea­ti­vi­tät auch bei Gesprä­chen mit den Men­schen in mei­ner Umge­bung ein. Wo sie keine Wege mehr durch den Urwald sehen, finde ich den klei­nen Tram­pel­pfad, der durch einen Busch ver­steckt war. Auch hier macht sich der kom­plett andere gedank­li­che Blick­win­kel bezahlt. Für uns und die, denen wir hel­fen.

Egal wel­che Art der Krea­ti­vi­tät du an den Tag legst, wirst du sicher­lich schon oft dar­über gestol­pert sein, dass andere Men­schen stau­nend vor dei­nem Werk, dei­nem Vor­schlag oder dei­ner Arbeit gestan­den haben und diese über die Maße bewun­dert haben. Viel­leicht sogar bei Din­gen, die du für selbst­ver­ständ­lich oder sogar nicht mal so gut gelun­gen hältst.

Das habe ich manch­mal erlebt, wenn ich ande­ren Men­schen meine Fotos gezeigt habe. Ich kann es nicht wirk­lich nach­voll­zie­hen, weil ich die emo­tio­na­len Zustände, in denen die Fotos ent­stan­den sind, gut im Gedächt­nis habe. Eine Kol­le­gin meinte ein­mal zu mir, dass ich es her­vor­ra­gend ver­stehe, die Atmo­sphäre der Sze­ne­rie ein­zu­fan­gen, auch wenn die Fotos nicht rea­lis­tisch aus­sä­hen, son­dern im Grunde zu bunt seien. Sie hät­ten zu einem Teil etwas über­ir­disch Schö­nes. Das fand ich reich­lich über­trie­ben. Bis mir auf­ge­fal­len ist, dass es mir in der Foto­gra­fie immer dar­auf ange­kom­men ist, dass die Fotos so aus­se­hen, wie ich sie gese­hen habe – plus der Emo­tion, die ich beim Anblick ver­spürt habe. Die­ses Plus ist es wahr­schein­lich, wel­ches die Men­schen als WOW emp­fin­den.

Der WOW-Effekt ist mir sowohl bei der Arbeit begeg­net, wenn ich PC-Pro­bleme oder eher Mensch-PC-Schnitt­stel­len-Pro­bleme löse, als auch bei mei­ner Musik, als ich nach knapp einem hal­ben Jahr Gitar­ren­selbst­stu­dium schon eigene Stü­cke »zusam­men­ge­stellt« habe (kom­po­nie­ren würde ich es nicht nen­nen). Wenn ich für Men­schen koche oder backe, die ich neu ken­nen gelernt habe, ist es meis­tens ebenso. In allen mög­li­chen Berei­chen, in denen ich mich krea­tiv betä­tige, löse ich hin und wie­der die­sen WOW-Effekt aus.

Kommt dir das bekannt vor?

Nutze den WOW-Effekt ruhig für dich und deine Inter­es­sen aus. Wir Hoch­sen­si­ble haben bis­wei­len eine emo­tio­nale Sperre dage­gen oder bekom­men Gewis­sens­bisse, unser Talent aus­zu­nut­zen, gerade wenn wir es außer­halb unse­res eigent­li­chen Beru­fes ein­set­zen. Gewis­sens­bisse sind jedoch gar nicht not­wen­dig bzw. kön­nen geflis­sent­lich igno­riert wer­den. (Außer dein Talent liegt irgendwo im ille­ga­len Bereich. Hier soll­test du dir doch eher gut über­le­gen, wie die Fol­gen aus­se­hen und dar­auf ver­zich­ten es aus­zu­üben.)

Ein wei­te­res Pro­blem­feld der Hoch­sen­si­blen sind Wett­kämpfe und Kon­kur­ren­zen. Viele stel­len sich ihnen ungern oder prin­zi­pi­ell nicht, weil sie Schwie­rig­kei­ten damit haben, ver­lo­rene Wett­kämpfe oder Absa­gen zu ver­ar­bei­ten. Sie nei­gen von vorn­her­ein dazu zu den­ken, dass sie in ihrem Tun nicht gut genug sind. Hoch­sen­si­ble nei­gen zum Per­fek­tio­nis­mus und sind mit ihren Ergeb­nis­sen sel­ten zufrie­den. (Siehe auch den Abschnitt »Los­las­sen – Per­fek­tio­nis­mus«)

Sofern du davon betrof­fen bist, führe dir vor Augen, dass du immer genauer arbei­ten wirst und emo­tio­nal stär­ker in Ver­bin­dung zu dei­nem Werk oder dei­ner Arbeit stehst als 80 % der Mensch­heit. Es wäre schade, wenn du deine Arbei­ten oder deine (Kunst-)Werke vor ande­ren Men­schen ver­steckst, denn sie sind von dir mit dei­nem ganz eige­nen Blick­win­kel erstellt wor­den und haben das Zeug dazu, die Men­schen zu erfreuen und zu inspi­rie­ren.

Schraube deine eige­nen Erwar­tun­gen her­un­ter, lass die Dinge auf dich zukom­men. Ver­lo­rene Wett­kämpfe sind kein Welt­un­ter­gang, ebenso wenig wie Absa­gen auf Bewer­bun­gen oder feh­lende Reso­nanz auf ein krea­ti­ves Werk. Nimm sie nicht per­sön­lich, denn sie bedeu­ten nicht, dass du schlecht warst, son­dern nur, dass die Wahl auf jemand ande­ren gefal­len ist. Mach ein­fach wei­ter und finde alter­na­tive Lösun­gen. Das ist es, was du näm­lich rich­tig gut kannst. Nur meis­tens für andere und nicht für dich selbst.

Als Bei­spiel möchte ich hier ein­mal meine Ent­wick­lung als Schrift­stel­ler anbrin­gen. Bis vor 7 Jah­ren pro­du­zierte ich tau­sende und aber­tau­sende DIN A 4 Sei­ten von Roman­an­fän­gen, fer­ti­gen und unfer­ti­gen Kurz­ge­schich­ten. Für einige Text­pas­sa­gen habe ich von eini­gen Men­schen Lob bekom­men. Doch mein Schrei­ben war mir nie gut genug, als dass ich mit einer Geschichte zufrie­den sein konnte. Dann habe ich mit einem Freund zusam­men ein Buch geschrie­ben. Es wurde fer­tig und war furcht­bar. Aber die Arbeit daran hat unheim­lich Spaß gemacht. Danach habe ich noch einige Manu­skripte mehr ver­fasst, die alle ganz ansehn­lich waren und für die ich posi­tive Rück­mel­dun­gen bekam. Ich habe ein­fach mei­nen Per­fek­tio­nis­mus über Bord gewor­fen und mir gesagt: »Wenn es beim ers­ten Ent­wurf scheiße wird, über­ar­beite ich es ein­fach, bis es schön wird.«

Bei mei­nem Roman »Nord­frie­sen­kö­nig« fand ich kei­nen Ver­lag, der ihn her­aus­brin­gen wollte. Eigent­lich hatte ich selbst den Anspruch an mich, dass ich ein »rich­tig« ver­leg­ter Autor wer­den will. Die­ser Anspruch ist aus ver­schie­de­nen Grün­den heut­zu­tage in Deutsch­land unrea­lis­tisch. Letzt­end­lich habe ich auch die­sen Anspruch über Bord gewor­fen und mich über das Selbst­ver­le­ger­tum erkun­digt. Da öff­ne­ten sich plötz­lich viele neue Türen für mich, weil ich mei­nen Blick­win­kel ver­än­dert hatte. Mit einem Mal hatte ich Leser, die mein Manu­skript toll fan­den und mein­ten, es wäre schade, es in der Schub­lade zu belas­sen, nur weil kein Ver­lag es haben wollte. Ein wei­te­rer Vor­teil für mich war, dass ich den Roman nun so erzäh­len konnte, wie ich es für rich­tig hielt. Meine Romane sol­len so unge­wöhn­lich, emo­tio­nal und viel­schich­tig wer­den, dass es ein wenig Kopf­ar­beit erfor­dert und Spaß macht, sie zu lesen. Meine Ziel­gruppe ist für Ver­lage viel zu klein. Des­we­gen fin­den sich wahre Per­len in den Rega­len der Buch­hand­lun­gen mitt­ler­weile sehr sel­ten zwi­schen den vie­len Abklatsch-Pro­duk­ten der weni­gen Spit­zen­werke. Dafür fin­den sich jede Menge unge­wöhn­li­che, authen­ti­sche und viel­sei­tige Schrift­stel­ler und Romane in der Indie-Szene der Selbst­ver­le­ger. Mitt­ler­weile bekam ich von etli­chen Lesern eine extrem posi­tive Rück­mel­dung zum fer­ti­gen Roman.

Lebe deine Krea­ti­vi­tät aus und scheue nicht davor zurück, sie selbst­be­wusst zu prä­sen­tie­ren. Die Wahr­schein­lich­keit ist hoch, dass du Men­schen fin­dest, die dein Schaf­fen mögen und sich daran erfreuen. Und je hart­nä­cki­ger du deine Ziele ver­folgst, desto wahr­schein­li­cher ist es, dass dir irgend­wann der Durch­bruch gelingt. Außer­dem wird dir dein Höhe­res-Ich (Siehe Abschnitt »Höhe­res-Ich«) hel­fen, wenn du soweit bist.Es scheint so, dass viele Hoch­sen­si­ble außer­ge­wöhn­lich krea­tiv sind. Ebenso geben etli­che HSP an, dass sie das Gefühl haben, viel schnel­ler und/oder viel mehr als andere Men­schen in ihrer Umge­bung zu den­ken. Vor allem den­ken sie immerzu nach und kön­nen ihre Gedan­ken­ströme nicht ein­fach abstel­len.

Sollte es dir so ergan­gen sein, dass du in dei­ner Jugend auf die intel­lek­tu­elle Schiene gera­ten bist, dann wirst du deine Krea­ti­vi­tät und dei­nen gan­zen Hirn­schmalz in deine Arbeit oder For­schungs­pro­jekte ein­flie­ßen las­sen. Nicht wenige Hoch­sen­si­ble sol­len in For­schung und Ent­wick­lung tätig sein. Ich habe einige ken­nen gelernt. Dir wird es wahr­schein­lich nicht wirk­lich bewusst sein, dass du im Job krea­ti­ver bist als Nor­mal­sen­si­ble. Das ist ganz natür­lich, denn unbe­wusste Hoch­sen­si­ble (die nicht wis­sen, dass sie HSP sind) gehen prak­tisch immer davon aus, dass die Men­schen um sie herum genauso funk­tio­nie­ren wie sie selbst. Auch wenn wir wis­sen, dass die meis­ten Men­schen andere Inter­es­sen und Vor­stel­lun­gen vom Leben haben, glau­ben wir auf der Ebene der ein­zel­nen Fähig­kei­ten und Eigen­schaf­ten, dass alle Men­schen uns ähneln. Das ist aller­dings meis­tens nicht der Fall. HSP haben eine ganz andere Sicht­weise auf die meis­ten Dinge im Leben. Je nach­dem, wel­che ihrer Sinne wie stark aus­ge­prägt ist.

Hoch­sen­si­ble, die auf der emo­tio­na­len Schiene leben, wer­den höchst­wahr­schein­lich ihre Haupt­be­schäf­ti­gung im Krea­tiv­sek­tor gefun­den haben. Zeich­ner, Musi­ker, Tän­zer, Bild­hauer, Desi­gner, Archi­tek­ten und Gestal­ter gehö­ren dazu. Falls deine Bil­dung dazu nicht aus­ge­reicht hat, weil du genauso faul in der Schule warst wie ich, beschäf­tigst du dich höchst­wahr­schein­lich neben­bei mit einer oder meh­re­ren künst­le­ri­schen Tätig­kei­ten. Malen, Sti­cken, Klei­dung schnei­dern, Möbel auf­ar­bei­ten, Holz­fi­gu­ren schnit­zen, Schrift­stel­le­rei, Car­toons zeich­nen, ein Musik­in­stru­ment spie­len, Aus­drucks­tanz oder ähn­li­che Hob­bies wer­den sich bestimmt in dei­nem Lebens­lauf fin­den.

Soll­test du dir die soziale Schiene aus­ge­sucht haben, wirst du krea­tiv mit Pro­ble­men der Men­schen um dich herum umge­hen. Ich zum Bei­spiel bin beruf­lich ein pro­fes­sio­nel­ler Pro­blem­lö­ser (mit Mensch und Maschine) und bringe diese Krea­ti­vi­tät auch bei Gesprä­chen mit den Men­schen in mei­ner Umge­bung ein. Wo sie keine Wege mehr durch den Urwald sehen, finde ich den klei­nen Tram­pel­pfad, der durch einen Busch ver­steckt war. Auch hier macht sich der kom­plett andere gedank­li­che Blick­win­kel bezahlt. Für uns und die, denen wir hel­fen.

Egal wel­che Art der Krea­ti­vi­tät du an den Tag legst, wirst du sicher­lich schon oft dar­über gestol­pert sein, dass andere Men­schen stau­nend vor dei­nem Werk, dei­nem Vor­schlag oder dei­ner Arbeit gestan­den haben und diese über die Maße bewun­dert haben. Viel­leicht sogar bei Din­gen, die du für selbst­ver­ständ­lich oder sogar nicht mal so gut gelun­gen hältst.

Das habe ich manch­mal erlebt, wenn ich ande­ren Men­schen meine Fotos gezeigt habe. Ich kann es nicht wirk­lich nach­voll­zie­hen, weil ich die emo­tio­na­len Zustände, in denen die Fotos ent­stan­den sind, gut im Gedächt­nis habe. Eine Kol­le­gin meinte ein­mal zu mir, dass ich es her­vor­ra­gend ver­stehe, die Atmo­sphäre der Sze­ne­rie ein­zu­fan­gen, auch wenn die Fotos nicht rea­lis­tisch aus­sä­hen, son­dern im Grunde zu bunt seien. Sie hät­ten zu einem Teil etwas über­ir­disch Schö­nes. Das fand ich reich­lich über­trie­ben. Bis mir auf­ge­fal­len ist, dass es mir in der Foto­gra­fie immer dar­auf ange­kom­men ist, dass die Fotos so aus­se­hen, wie ich sie gese­hen habe – plus der Emo­tion, die ich beim Anblick ver­spürt habe. Die­ses Plus ist es wahr­schein­lich, wel­ches die Men­schen als WOW emp­fin­den.

Der WOW-Effekt ist mir sowohl bei der Arbeit begeg­net, wenn ich PC-Pro­bleme oder eher Mensch-PC-Schnitt­stel­len-Pro­bleme löse, als auch bei mei­ner Musik, als ich nach knapp einem hal­ben Jahr Gitar­ren­selbst­stu­dium schon eigene Stü­cke »zusam­men­ge­stellt« habe (kom­po­nie­ren würde ich es nicht nen­nen). Wenn ich für Men­schen koche oder backe, die ich neu ken­nen gelernt habe, ist es meis­tens ebenso. In allen mög­li­chen Berei­chen, in denen ich mich krea­tiv betä­tige, löse ich hin und wie­der die­sen WOW-Effekt aus.

Kommt dir das bekannt vor?

Nutze den WOW-Effekt ruhig für dich und deine Inter­es­sen aus. Wir Hoch­sen­si­ble haben bis­wei­len eine emo­tio­nale Sperre dage­gen oder bekom­men Gewis­sens­bisse, unser Talent aus­zu­nut­zen, gerade wenn wir es außer­halb unse­res eigent­li­chen Beru­fes ein­set­zen. Gewis­sens­bisse sind jedoch gar nicht not­wen­dig bzw. kön­nen geflis­sent­lich igno­riert wer­den. (Außer dein Talent liegt irgendwo im ille­ga­len Bereich. Hier soll­test du dir doch eher gut über­le­gen, wie die Fol­gen aus­se­hen und dar­auf ver­zich­ten es aus­zu­üben.)

Ein wei­te­res Pro­blem­feld der Hoch­sen­si­blen sind Wett­kämpfe und Kon­kur­ren­zen. Viele stel­len sich ihnen ungern oder prin­zi­pi­ell nicht, weil sie Schwie­rig­kei­ten damit haben, ver­lo­rene Wett­kämpfe oder Absa­gen zu ver­ar­bei­ten. Sie nei­gen von vorn­her­ein dazu zu den­ken, dass sie in ihrem Tun nicht gut genug sind. Hoch­sen­si­ble nei­gen zum Per­fek­tio­nis­mus und sind mit ihren Ergeb­nis­sen sel­ten zufrie­den. (Siehe auch den Abschnitt »Los­las­sen – Per­fek­tio­nis­mus«)

Sofern du davon betrof­fen bist, führe dir vor Augen, dass du immer genauer arbei­ten wirst und emo­tio­nal stär­ker in Ver­bin­dung zu dei­nem Werk oder dei­ner Arbeit stehst als 80 % der Mensch­heit. Es wäre schade, wenn du deine Arbei­ten oder deine (Kunst-)Werke vor ande­ren Men­schen ver­steckst, denn sie sind von dir mit dei­nem ganz eige­nen Blick­win­kel erstellt wor­den und haben das Zeug dazu, die Men­schen zu erfreuen und zu inspi­rie­ren.

Schraube deine eige­nen Erwar­tun­gen her­un­ter, lass die Dinge auf dich zukom­men. Ver­lo­rene Wett­kämpfe sind kein Welt­un­ter­gang, ebenso wenig wie Absa­gen auf Bewer­bun­gen oder feh­lende Reso­nanz auf ein krea­ti­ves Werk. Nimm sie nicht per­sön­lich, denn sie bedeu­ten nicht, dass du schlecht warst, son­dern nur, dass die Wahl auf jemand ande­ren gefal­len ist. Mach ein­fach wei­ter und finde alter­na­tive Lösun­gen. Das ist es, was du näm­lich rich­tig gut kannst. Nur meis­tens für andere und nicht für dich selbst.

Als Bei­spiel möchte ich hier ein­mal meine Ent­wick­lung als Schrift­stel­ler anbrin­gen. Bis vor 7 Jah­ren pro­du­zierte ich tau­sende und aber­tau­sende DIN A 4 Sei­ten von Roman­an­fän­gen, fer­ti­gen und unfer­ti­gen Kurz­ge­schich­ten. Für einige Text­pas­sa­gen habe ich von eini­gen Men­schen Lob bekom­men. Doch mein Schrei­ben war mir nie gut genug, als dass ich mit einer Geschichte zufrie­den sein konnte. Dann habe ich mit einem Freund zusam­men ein Buch geschrie­ben. Es wurde fer­tig und war furcht­bar. Aber die Arbeit daran hat unheim­lich Spaß gemacht. Danach habe ich noch einige Manu­skripte mehr ver­fasst, die alle ganz ansehn­lich waren und für die ich posi­tive Rück­mel­dun­gen bekam. Ich habe ein­fach mei­nen Per­fek­tio­nis­mus über Bord gewor­fen und mir gesagt: »Wenn es beim ers­ten Ent­wurf scheiße wird, über­ar­beite ich es ein­fach, bis es schön wird.«

Bei mei­nem Roman »Nord­frie­sen­kö­nig« fand ich kei­nen Ver­lag, der ihn her­aus­brin­gen wollte. Eigent­lich hatte ich selbst den Anspruch an mich, dass ich ein »rich­tig« ver­leg­ter Autor wer­den will. Die­ser Anspruch ist aus ver­schie­de­nen Grün­den heut­zu­tage in Deutsch­land unrea­lis­tisch. Letzt­end­lich habe ich auch die­sen Anspruch über Bord gewor­fen und mich über das Selbst­ver­le­ger­tum erkun­digt. Da öff­ne­ten sich plötz­lich viele neue Türen für mich, weil ich mei­nen Blick­win­kel ver­än­dert hatte. Mit einem Mal hatte ich Leser, die mein Manu­skript toll fan­den und mein­ten, es wäre schade, es in der Schub­lade zu belas­sen, nur weil kein Ver­lag es haben wollte. Ein wei­te­rer Vor­teil für mich war, dass ich den Roman nun so erzäh­len konnte, wie ich es für rich­tig hielt. Meine Romane sol­len so unge­wöhn­lich, emo­tio­nal und viel­schich­tig wer­den, dass es ein wenig Kopf­ar­beit erfor­dert und Spaß macht, sie zu lesen. Meine Ziel­gruppe ist für Ver­lage viel zu klein. Des­we­gen fin­den sich wahre Per­len in den Rega­len der Buch­hand­lun­gen mitt­ler­weile sehr sel­ten zwi­schen den vie­len Abklatsch-Pro­duk­ten der weni­gen Spit­zen­werke. Dafür fin­den sich jede Menge unge­wöhn­li­che, authen­ti­sche und viel­sei­tige Schrift­stel­ler und Romane in der Indie-Szene der Selbst­ver­le­ger. Mitt­ler­weile bekam ich von etli­chen Lesern eine extrem posi­tive Rück­mel­dung zum fer­ti­gen Roman.

Lebe deine Krea­ti­vi­tät aus und scheue nicht davor zurück, sie selbst­be­wusst zu prä­sen­tie­ren. Die Wahr­schein­lich­keit ist hoch, dass du Men­schen fin­dest, die dein Schaf­fen mögen und sich daran erfreuen. Und je hart­nä­cki­ger du deine Ziele ver­folgst, desto wahr­schein­li­cher ist es, dass dir irgend­wann der Durch­bruch gelingt. Außer­dem wird dir dein Höhe­res-Ich (Siehe Abschnitt »Höhe­res-Ich«) hel­fen, wenn du soweit bist.

<Das große Stau­nen Keine hal­ben Sachen>

Sie befin­den sich mit­ten im Buch. Star­ten Sie mit dem Lesen bitte am Anfang.
Ich bitte Sie, das Vor­wort und das Kapi­tel Selbst­ent­wick­lung zu lesen, bevor Sie fort­fah­ren.

Ein Kommentar zu „Der WOW-Effekt

  • 24. Februar 2019 um 9:12
    Permalink

    Liebe Mar­kus, zuerst möchte ich dir sagen dass mich deine Seite die ich erst gefun­den habe und am lesen bin, tief berührt und inspi­riert. Danke dir dass du etwas von dei­nem Innen­le­ben ver­öf­fent­licht hast. Ich bin gerade die Seite „Der WOW-Effekt“ am lesen und mir ist es auf­ge­fal­len dass der Text als dop­pelt geschrie­ben erscheint. Noch­mals, vie­len Dank für diese wun­der­bare Seite!
    Liebe Grüße Jasna

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